DER STANDARD-Bericht: "VP Wien: Görg-Ablöse schon im nächsten Jahr Regierungsmitglieder als Nachfolger genannt" - Erscheinungstag 13.3.2002

Wien (OTS) - Bisher hatte es immer geheißen, die Ablöse des Wiener ÖVP-Chefs Bernhard Görg werde erst 2004 erfolgen. Doch jetzt scheinen einige Bezirksorganisationen auch gegenüber der Bundes-VP Druck zu machen. Und Görg erklärte am Dienstag im Standard-Gespräch: "Derzeit zeichnet sich eine Ablöse schon vor 2004 ab. Ich könnte es mir auch sehr gut vorstellen, wenn mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin schon vor der Nationalratswahl gekürt würde. Sozusagen als Kick-off für den Wahlkampf."

Seine Forderung für den nächsten Wiener VP-Chef: "Wir brauchen eine große Lösung, das muss jemand sein, der zweimal die Woche in der Zeit im Bild ist. Ich werde jedenfalls dafür kämpfen, dass es keine kleinkarierte Lösung für Wien wird."

Und Görg nennt auch bereits erste Namen: "Das muss ein Kaliber wie die Benita Ferrero-Waldner oder der Ernst Strasser sein." Gerüchteweise sollen neben diesen beiden VP-Ministern auch die Staatssekretäre Franz Morak und Alfred Finz im Gespräch sein. Von dieser Seite gab es am Dienstag vorerst keinen offiziellen Kommentar - nur dass die Bundespartei selbst nicht dränge, "der Druck kommt aus der Wiener Landespartei selbst". Und im Büro der Außenministerin Benita Ferrero- Waldner hieß es: "Derartige Diskussionen sind in den zuständigen Gremien abzuführen."

"Sehr locker"

Er, Görg sehe das alles jedenfalls "sehr locker. Mir macht es überhaupt nichts aus, ob ich ein paar Monate länger oder kürzer im Amt bleibe." Schließlich habe ja nach der jüngsten Gemeinderatswahl auch nicht er selbst um seinen Verbleib gebeten, sondern "die Partei hatte mich gedrängt".

Er selbst wolle ja "in Wien nichts mehr erreichen". Schon den für 2004 angepeilten Rückzug hatte Görg damit begründet, dass er "sicher nicht mehr um etwas rittern" werde, was er schon einmal war - nämlich Vizebürgermeister.

Görg betont nun, dass die Entscheidung gemeinsam von der Bundes-und der Wiener Landesorganisation gefällt werden müsse. Während es im Bund - zumindest nach Außen - heißt, dies sei Sache der Wiener ÖVP. (frei, nim, völ)

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