Die Selbstverwaltung der Universitäten soll bleiben

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Dies academicus weist Georg Winckler, Rektor der Universität Wien und Vorsitzender der Österreichischen Rektorenkonferenz, auf die Wichtigkeit der Selbstverwaltung der Universitäten hin. In seiner Eröffnungsrede zu den Feierlichkeiten des 637. Gründungstages der Universität Wien betont Winckler, dass seitens der Bundesregierung die Universitätsreform als Meilenstein, als Jahrhundertgesetz gefeiert wird.

"Insbesondere verspricht die Reform den Universitäten volle Autonomie mit mehrjährigen Leistungsverträgen. Die Universitäten sollen aus der bestehenden Kameralistik herausgenommen und über mehr Wettbewerb zwischen ihnen soll die Profilbildung verstärkt werden."

"Der Preis", betont Winckler, "den die Universitäten offenbar dafür zahlen müssen, ist die Gefährdung ihrer Selbstverwaltung. Sie dürfen zwar weiter weisungsfrei ihre Angelegenheiten besorgen, aber diese Weisungsfreiheit ist nur EIN Wesensmerkmal der Selbstverwaltung."

Das ZWEITE und viel fundamentalere Wesensmerkmal betrifft die Selbstbestellung ihrer Organe. Künftig sollen die Universitäten nicht mehr ausschließlich ihre Organe selbst bestellen können. Ein fünfköpfiger Universitätsrat soll in der Universität das Sagen haben. Von diesem Rat sind zwei Mitglieder vom Senat gewählt, zwei von der Bundesregierung bestellt.

Das fünfte Mitglied soll einvernehmlich von den vier Mitgliedern bestellt werden, anderenfalls wird es vom zuständigen Bundesministerium aus einem Dreiervorschlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgewählt.

Das heisst, das künftig wichtigste Organ der Universitäten, der Universitätsrat, der den Rektor abberufen kann, wird letztlich mehrheitlich nicht von der Universität bestellt.

"Kann man da noch von einer Selbstbestellung der Organe, kann man da noch von einer Selbstverwaltung, von einer Selbstbestimmung der Universität sprechen", fragt Winckler und verneint dies letztlich.

Bundespräsident Dr. Thomas Klestil war aufgrund der Verpflichtungen anlässlich des Besuchs des iranischen Staatspräsidenten Seyed Mohammad Khatami kurzfristig verhindert. In seiner Vertretung ehrte der Kabinettschef des Bundespräsidenten, Dr. Helmut Tuerk, die angehenden Doktorandinnen und Doktoranden im Namen der Republik Österreich. Die Verleihung der Ehrenringe der Republik Österreich anlässlich der Promotio sub auspiciis praesidentis rei publicae nahm Magnifizenz Winckler in Vertretung des Bundespräsidenten vor.

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Eva Kößlbacher
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