Ärzte kritisieren veraltete Datenlage der Krankenkassen

Pjeta: Rücklauf bei den Datenerhebungen zur E-Card zeigt enormen Korrekturbedarf - Ärzte für regelmäßige Adaptierung der Versicherungsdaten

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, ortet eine hohe Fehlerquote in den aktuellen Datensätzen der Sozialversicherungen. Wie der Rücklauf der Datenerhebung zur E-Card in Oberösterreich zeige, gebe es einen erheblichen Korrekturbedarf bei den Daten der Versicherten. Dort seien offenbar etwas über zehn Prozent der Versichertendaten veraltet, wie die Rücksendung korrigierter Bögen durch die Versicherten gezeigt habe. Lege man diese enorme Fehlerquote auf gesamt Österreich um, müssten fast 800 000 Datensätze korrigiert werden, sagt Pjeta am Dienstag in einer Aussendung.

"Das ist äußerst beunruhigend für die Patienten und die Ärzte, die auf die ordnungsgemäße Verwaltung der Versichertendaten durch die Kassen vertrauen", kritisiert Pjeta. "Die Kassen müssen in der Verwaltung deutlich mehr Sorgfalt walten lassen. Es ist eine Kernaufgabe der Sozialversicherungen, die Datensätze ihrer Versicherten regelmäßig zu aktualisieren und nicht erst, wenn eine E-Card in Umlauf gebracht werden soll. Wir brauchen für die Zukunft ein System, dass Änderungen bei den Patientendaten umgehend berücksichtigt."

Die Entwicklung in Oberösterreich bestätige die Vermutung der Ärzte, dass die Datenorganisation mancher Sozialversicherungsträger in der Vergangenheit alles andere als zeitgemäß war, erklärt der ÖÄK-Präsident. Die Daten der Versicherten stellten auch eine wesentliche Grundlage für die finanziellen Gestionen der Sozialversicherungsträger dar.

Neben der Verzögerung, die bei der Einführung der E-Card durch die Erweiterung des Auftrages an die Firma EDS/Orga entstehe, könne es nun eine weitere Verschleppung durch die Adaptierung vieler Patientendaten geben, fürchtet der Ärztekammerpräsident. Pjeta: "Das sind alles Probleme, die sich vermeiden lassen, wenn eine regelmäßige routinemäßige Adaptierung der Patientendaten seitens der Kassen erfolgt. Es ist daher notwendig, dass die technische Handhabung der E-Card eine laufende Aktualisierung durch die Sozialversicherungsträger ermöglicht." (Schluss)

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