ARBÖ: Micro-Scooter ausgewintert: Vorsicht vor Streusplitt

Wien (ARBÖ) - Der Frühling scheint unaufhaltsam und vermehrt
sieht man auch wieder die beliebten Micro-Scooter. Die ARBÖ-Verkehrsexperten appellieren zu besonderer Vorsicht, denn der herumliegende Streusplitt auf den Gehsteigen lässt das Unfallrisiko für die Rollerfahrer auf Grund der kleinen Rollen besonders steigen.

"Eine entsprechende Schutzausrüstung - bestehend aus Sicherheitshelm, Handschuhen, Knie- und Ellbogenschützern - kann bei Stürzen helfen, schwere Verletzungen zu vermeiden", so die ARBÖ-Experten.

Die Rechtslage für Micro-Scooter und Co.

Der ARBÖ wird immer wieder gefragt, wo mit den neuen trendigen Fortbewegungsmitteln gefahren werden darf. Dazu folgende Auskunft:

"Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind die Benützer von Micro-Scooter, Sidewalker und Kickboard vom Gesetz her nicht mit Inline-Skatern gleichgestellt. Während Inline-Skater sowohl Gehsteige, Gehwege, Wohnstraßen und Fußgängerzonen als auch Radfahranlagen (einzige Ausnahme: Radfahrstreifen außerhalb des Ortsgebietes) befahren dürfen, gelten für die Benützer der anderen genannten Fortbewegungsmittel unterschiedliche Vorschriften:

Kickboard:
Das Kickboard ist gemäß der österreichischen Straßenverkehrsordnung als fahrzeugähnliches Kinderspielzeug einzustufen. Erlaubt ist das Fahren dieses Gefährts, das im wesentlichen aus zwei Vorderrädern, einem Hinterrad und einer Lenkstange besteht, auf Wohnstraßen und Spielstraßen mit keiner oder geringer Neigung, sowie auf Gehsteigen und Gehwegen und auf Flächen, die keine Straßen mit öffentlichen Verkehr sind, wie etwa Funparks. Benützer dieser Gefährts haben darauf zu achten, dass sie beim Fahren weder Fußgänger noch der Verkehr auf einer benachbarten Fahrbahn behindert oder gefährdet wird.

Snake- und Skateboarder:
Im Unterschied zu den anderen beschriebenen Fortbewegungsmitteln besteht bei diesen Geräten grundsätzlich die Gefahr, dass sie sich "selbständig machen", wenn der Benützer abspringt oder stürzt. Da solche "herrenlosen" Geräte sowohl für Fußgänger als auch den Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn eine Gefährdung darstellen, wird ihre Verwendung auf Straßen mit öffentlichem Verkehr als unzulässig angesehen.

Micro-Scooter:
Bestehend aus einem Trittbrett, einer Lenkstange und zwei Rädern. Diese Geräte sind als Kleinfahrzeug zur Verwendung außerhalb der Fahrbahn einzustufen, das Fahren ist auf Gehwegen und Gehsteigen aber auch auf kombinierten Geh- und Radwegen, Wohn- und Spielstraßen erlaubt, sofern der Fußgängerverkehr nicht übermäßig behindert wird.

Scooter:
Diese mit einem Motor versehenen Geräte werden, sofern die Bauartgeschwindigkeit mehr als 20 km/h beträgt, gemäß Kraftfahrgesetz als Motorrad eingestuft und dürfen nur auf der Fahrbahn gefahren werden. Diese Scooter-Piloten benötigen für ihr Gefährt nicht nur Zulassungsschein und Kennzeichen, für sie gilt auch die Helmpflicht. Soferne die Fahrer jünger als 24 Jahre sind, benötigen sie einen Mopedausweis zur Inbetriebnahme des Fahrzeuges. Handelt es sich hingegen um einen Elektromotor und übersteigt die Bauartgeschwindigkeit 20 km/h nicht, so handelt es sich im rechtlichen Sinn um ein Fahrrad.

Sidewalker:
Sidewalker mit Raddurchmessern bis zu 26 Zoll sind Fahrräder im Sinne der Straßenverkehrsordnung und müssen daher mit zwei Bremsen, Lichtanlage, Reflektoren und Klingel ausgestattet sein. Daher ist auf Gehsteigen und Gehwegen das Fahren mit Sidewalker verboten; in Fußgängerzonen kann das Fahren mit Fahrrädern erlaubt werden, dies ist auf einer entsprechenden Zusatztafel beim Verkehrszeichen "Fußgängerzone" ersichtlich."
(Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie)

Skaten und telefonieren?

Übrigens: In Österreich dürfen Radler und Skater während des Fahrens mit dem Handy telefonieren. ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert dazu: "Gemäß Straßenverkehrsordnung gibt es für Radfahrer und Inline-Skater keine definitiven Bestimmungen hinsichtlich der Verwendung von Handys während der Fahrt. Es ist lediglich vorgeschrieben, dass Radfahrer nicht freihändig fahrend telefonieren dürfen und dass das Rad immer unter Kontrolle sein muss."

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 89121-244
e-mail:presse@arboe.at
Internet: http://www.arboe.at

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR/NAR