Inflations-Tief: Preiserhöhungen im Öffentlichen Verkehr sind nicht gerechtfertigt!

Die erfreuliche Entwicklung der Inflation (siehe Detail-Übersicht) darf nicht durch ungerechtfertigte Preiserhöhungen im ÖPNV negativ beeinflußt werden.

Wien (OTS) - Der Verein "Fahrgast" und die Arbeitsgemeinschaft Verkehrspolitik weisen die Wiener Stadtverantwortlichen darauf hin, daß der Öffentliche Verkehr in Wien nicht durch überhöhte Fahrpreise und zu hohe Subventionen, die sich auf Fahrgäste (Marktgefüge), Unternehmen (und Beschäftigte), Stadtbudget, Wirtschaftsstandort sowie Verkehr und Umwelt auswirken, gefährdet werden soll. Bei guter Organisation könnten die Zuschüsse halbiert und die Fahrpreise gesenkt werden, und das bei gleichzeitiger Verbesserung der Angebote und ohne Nachteile für die Beschäftigten im ÖPNV. Damit würde die Rolle des ÖPNV wesentlich gestärkt und eine positive Perspektive geschaffen.

Die Preise für Fahrkarten sind in den letzten Jahren wesentlich stärker gestiegen wie die Inflation; die Fahrgäste wurden überdurchschnittlich stark zur Kasse gebeten, ohne deshalb auch mehr oder bessere Leistungen in Anspruch genommen haben zu müssen.

Die Entwicklung der Verbraucherpreise ist auf einem Tiefpunkt: Die Preise stiegen von Jan.2001 bis Jan.2002 um 2,1 Prozent; langfristig stiegen die Preise von Jan.1991 bis Jan.2001 um 25,9 Prozent (also um ca. 2,6 % p.a.).

Die Großhandelspreise sind sogar rückläufig: Die Preise veränderten sich von Jan.2001 bis Jan.2002 um minus 0,2 Prozent; langfristig stiegen diese Preise von Jan.1991 bis Jan.2001 nur um 4,2 Prozent (also um ca. 0,4 % p.a.)

Die Preise für den ÖPNV in Wien stiegen im Zeitraum von Jan.1991 bis Jan.2001 wesentlich stärker: Die Einzelfahrt von 14 auf 19 Schilling (+ 35,7 %); die Einzelfahrt halb von 7 auf 10 Schilling (+ 42,9 %); die 24-Stunden-Karte von 40 auf 60 Schilling (+ 50 %); die Monatskarte von 410 auf 560 Schilling (+ 36,6 %); die Jahreskarte von 4.100 auf 5.300 Schilling (+ 29,3 %). Durch die Euro-Umstellung 2002 wurden - im Gegensatz zu sonstigen Gebühren und Abgaben in Wien -einzelne Fahrkarten auch geringfügig teurer.

Nachfolgend eine Darstellung über die langjährige Entwicklung der Inflation sowie der Preise für den ÖPNV in Wien (wegen der Verzerrungen im Zuge der Euro-Umstellung 2002 wurde der 10-Jahre-Zeitraum 1991 bis 2001 betrachtet).

- Verbraucherpreis-Index
Jan.2001 bis Jan.2002 + 2,1 %
Jan.1991 bis Jan.2001 + 25,9 %
Jan.1991 bis Jan.2002 + 28,0 %

- Großhandelspreis-Index
Jan.2001 bis Jan.2002 - 0,4 %
Jan.1991 bis Jan.2001 + 4,6 %
Jan.1991 bis Jan.2002 + 4,2 %

- Einzelfahrt voll
Jan.1991 OeS 14,--
Jan.2001 OeS 19,-- (EUR 1,38), + 35,71 %
Jan.2002 EUR 1,30 (OeS 17,89), + 27,79 %
Jan.2003 EUR 1,50 (OeS 20,64), + 47,43 %
(relative Veränderung ggü.1991)

- Einzelfahrt halb
Jan.1991 OeS 7,--
Jan.2001 OeS 10,-- (EUR 0,73), + 42,86 %
Jan.2002 EUR -,70 (OeS 9,63), + 27,79 %
Jan.2003 EUR -,80 (OeS 11,01), + 57,29 %
(relative Veränderung ggü.1991)

- 24-Stunden-Karte
Jan.1991 OeS 40,--
Jan.2001 OeS 60,-- (EUR 4,36), + 50,00 %
Jan.2002 EUR 4,30 (OeS 59,17), + 47,93 %
Jan.2003 EUR keine Daten verfügbar
(relative Veränderung ggü.1991)

- 8-Tage-Streifen
Jan.1991 OeS 220,--
Jan.2001 OeS 300,-- (EUR 21,80), + 36,36 %
Jan.2002 EUR 21,80 (OeS 299,97), + 36,35 %
Jan.2003 EUR keine Daten verfügbar
(relative Veränderung ggü.1991)

- Monatskarte
Jan.1991 OeS 410,--
Jan.2001 OeS 560,-- (EUR 40,70), + 36,59 %
Jan.2002 EUR 40,70 (OeS 560,04), + 36,60 %
Jan.2003 EUR 44,-- (OeS 605,45), + 47,67 %
(relative Veränderung ggü.1991)

- Jahreskarte
Jan.1991 OeS 4100,--
Jan.2001 OeS 5300,-- (EUR 385,17), + 29,27 %
Jan.2002 EUR 385,10 (OeS 5299,09), + 29,25 %
Jan.2003 EUR 400,-- (OeS 5504,12), + 34,25 %
(relative Veränderung ggü.1991)

Quelle: Studie "Preisentwicklung im ÖPNV" (Verein "Fahrgast" und Arbeitsgemeinschaft Verkehrspolitik, 2001) sowie Angaben der Statistik Austria. Die für das Jahr 2003 angenommenen Werte beruhen auf Einschätzungen einer schon für 2001, nun für Mitte 2002 erwarteten Preiserhöhung.

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