Umweltcheck für neue U2

Umweltverträglichkeitsprüfung für die U2-Verlängerung läuft auf vollen Touren

Wien, (OTS) Bis zum Jahr 2008 soll die U-Bahn Linie U2 bis nach Aspern verlängert werden. Derzeit werden Umweltauswirkungen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) auf "Herz und Nieren" geprüft. Die von den Wiener Linien vorgelegte Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) wurde von den Umweltexperten bereits begutachtet. Läuft alles weiterhin planmäßig, so wird das UVP-Verfahren bereits im Herbst 2002 abgeschlossen sein, dann können die Wiener Linien nach Erteilung der Detailgenehmigungen mit den Ausbauarbeiten beginnen. Aus der Sicht des Umweltschutzes ist das besonders wichtig: Denn der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist grundsätzlich ein wichtiger Beitrag zum KliP-Klimaschutzprogramm der Stadt Wien, um den Individualverkehr und die damit verbundenen Emissionen von Kohlendioxid und anderen Luftschadstoffen drastisch zu verringern.

Projekt wird nach strengen Umwelt-Kriterien überprüft

Bei der UVP zur Verlängerung der U2 werden sämtliche Auswirkungen festgestellt und bewertet, die das Projekt direkt oder indirekt auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Lebensräume, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft und Kulturgüter haben könnte. Weiters wird nach Lösungen gesucht, wie schädliche, belästigende oder belastende Auswirkungen verhindert oder verringert werden können. Positive Auswirkungen sollen nach Möglichkeit verstärkt werden. Wichtig: Die umweltrelevanten Auswirkungen werden nicht isoliert voneinander betrachtet, sondern in Hinblick auf ihre Wechselwirkungen zueinander untersucht. Breiter Raum wird beispielsweise der Bürgerbeteiligung gewidmet.****

Umweltverträglichkeitserklärung schon begutachtet

Herzstück des UVP-Verfahrens ist die von den Wiener Linien vorgelegte Umweltverträglichkeitserklärung (UVE). Sie wurde mittlerweile von zahlreichen Fachleuten verschiedener Institutionen zum Beispiel vom Umweltbundesamt, der Wiener Umweltanwaltschaft, und diversen städtischen Fachabteilungen (z.B.: Abteilung für Gewässerschutz, Abteilung für Grundbau) sowie den von der MA 22 beigezogenen nicht-amtlichen Sachverständigen aus den Bereichen Lärmschutz, Umwelthygiene und Eisenbahnbautechnik begutachtet. Das Ergebnis: Die UVE wurde für gut befunden, lediglich kleine Nachbesserungen sind jetzt im Auftrag der Umweltschutzabteilung (MA 22) durchzuführen.

In der UVE musste von den Wiener Linien das Projekt inklusive aller damit verbundenen Umweltauswirkungen beschrieben werden. Angaben über den Energiebedarf sind darin genauso zu finden, wie detaillierte Prognosen in welchem Ausmaß damit zu rechnen ist, dass die Immissionen zunehmen werden. Die UVE hatte auch eine Beschreibung der aktuellen Umweltsituation zu enthalten sowie Bewertungen, wie sich das Projekt auf die Umwelt auswirken wird. In dieser Art beschrieben werden mussten von den Wiener Linien sämtliche in Frage kommenden Trassenvarianten inklusive der sogenannten Nullvariante, das ist jene Variante, bei der auf die Realisierung des Projektes verzichtet wird. Anzuführen waren auch alle Maßnahmen, die helfen sollen, nachteilige Umweltauswirkungen zu vermeiden, zu beschränken oder auszugleichen.

Öffentliche Auflage bis 19. April 2002

Bis 19. April ist die UVE inklusive aller Projektunterlagen in der MA 22 - Umweltschutz (Ebendorferstraße 4, 1010 Wien) und im Magistratischen Bezirksamt für den 2. Bezirk (Karmelitergasse 9, 1020 Wien) zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt. Bis zum 19. April kann die Wiener Bevölkerung in die Unterlagen Einsicht nehmen und schriftliche Stellungnahmen abgegeben. Danach wird von der MA 22 -Umweltschutz das Umweltverträglichkeitsgutachten in Zusammenarbeit mit den besten in Österreich verfügbaren Experten aus rund 35 Fachbereichen wie zum Beispiel aus dem Eisenbahnbau, Eisenbahnbetrieb, Luftschall, Körperschall oder der Humanmedizin erstellt.

UVP-Verfahren im Rekordtempo

Mit dem UVP-Verfahren für die U2 beweist die Wiener Umweltschutzabteilung einmal mehr, dass es möglich ist, solche anspruchsvollen, komplizierten Verfahren im Rekordtempo abzuwickeln. Dass der Zeitplan hält und mit dem Ausbau der U2 Anfang 2003 begonnen werden kann, dafür spricht nicht nur der bisherige Verlauf des Verfahrens, sondern auch die Tatsache, dass die Experten der MA 22 bereits die UVP für das neue Kraftwerk Donaustadt in nur achtzehn Monaten bewältigt haben. Dieses Verfahren gilt deshalb auch als Musterbeispiel, wie effizient Wiens Verwaltung arbeitet. Denn per Gesetz wären für ein solches Verfahren damals sogar 24 Monate vorgesehen.

Wichtige Daten zur U2 Verlängerung

Die U2 wird vom Schottentor bis nach Aspern verlängert. Stationen sind an den Standorten Schottenring, Taborstraße, Praterstern, Messe, Trabrennstraße, Stadion, Donaustadtbrücke, Seestern, Stadlau, Hardeggasse, Donauspital, Aspernstraße (=Gebiet der zukünftigen Erweiterung der "Erzherzog-Karl-Stadt"). Nach erfolgreichem Abschluss des UVP-Verfahrens voraussichtlich im Herbst 2002 wird der erste Teilabschnitt Schottentor-Stadion errichtet. Ab 2007 wird dann die neue U2 bereits auf dem Teilabschnitt zwischen Schottentor und Ernst-Happel-Stadion unterwegs sein. Bis spätestens 2008 soll dann die komplette Strecke fertiggestellt sein.

Weitere Informationen:
o U 2-Verlängerung: www.wien.gv.at/stadtentwicklung/02/02/01.htm

(Schluss) vit/gat

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