Brosz: Riess-Passer verkennt Problemlage bei LehrerInnen

Aktuelles Vertragsrecht ist keine Alternative zur Lehrerpragmatisierung

OTS (Wien) - "Die Grünen nehmen die aktuelle Diskussion über die Notwendigkeit der Pragmatisierung von LehrerInnen gerne auf. Sie jedoch ohne weitrechende Änderungen bei den VertragslehrerInnen zu debattieren, würde mit Sicherheit einer Verschlechterung gleich kommen," kommentiert der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, die aktuelle Diskussion.

"Es ist schon richtig, dass pragmatisierte LehrerInnen keine besseren PädagogInnen sind, schließlich beginnen ja alle als VertragslehrerInnen. An der Pragmatisierung hängt aber vor allem eine Existenzsicherheit. VertragslehrerInnen wissen immer erst kurzfristig, ob sie im nächsten Schuljahr überhaupt eine Lehrverpflichtung erhalten oder diese reduziert wird. Dieses Problem hat sich durch die Sparmaßnahmen zugespitzt", so Brosz.
Nach Ansicht der Grünen würde die Qualität der LehrerInnen leiden, wenn sie Jahr für Jahr um ihren Job zittern müssen. Bei der Entscheidung, wer den Job verliert, spielen Qualitätskriterien leider keine Rolle. "Längerfristige Verträge und eine rechtliche Besserstellung nicht pragmatisierter LehrerInnen sind eine Grundvoraussetzung, um über eine Abkehr von der Pragmatisierung nachzudenken", fordert Brosz.

Die Regierung sieht in der Abkehr von der Pragmatisierung offenbar ein
Sparpotenzial. Der internationale Vergleich zeigt, dass die österreichischen LehrerInnen keineswegs überdurchschnittlich verdienen.
Höhere Aktivbezüge und niedrigere Pensionen, wie sie auch Bildungsministerin Gehrer fordert, wären sinnvoll, dazu müssten die Einstiegsgehälter aber kräftig angehoben werden. "Von dieser Bundesregierung effektive Verbesserungen zu erwarten, ist erfahrungsgemäss jedoch leider naiv. Eine Kürzung des durchschnittlichen Lebenseinkommens steht für die Grünen keinesfalls zur Diskussion. Angesichts des auch in Österreich im virulenter werdenden Problems des LehrerInnenmangels in verschiedenen Bereichen sollte viel eher über eine Attraktivierung der Lehrberufe nachgedacht werden", so Brosz weiter.

"Die LehrerInnen-Pragmatisierung ist keine heilige Kuh. Die einseitige und undifferenzierte Betrachtungsweise Riess-Passers ist jedoch bildungspolitisch ein gefährliches Spiel," so Brosz abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (++43-1) 40110-6697
http://www.gruene.at
pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/FMB