Laska, Kossina, Schicker: "Neue Projekte für den Donaukanal"

Wien, (OTS) Mit ihrem Regierungsprogramm "100 Projekte für Wien" hat sich die Wiener Stadtregierung auch die Attraktivierung des öffentlichen Raumes zum Ziel gesetzt. Einer der großen Bereiche, die in Angriff genommen wurden, betrifft das Gebiet des Donaukanals. In einem gemeinsamen Mediengespräch präsentierten heute, Montag, Vbgm. Grete Laska, Umweltstadträtin Isabella Kossina und Planungsstadtrat Rudolf Schicker ein neues Nutzungskonzept für den Donaukanal. Projektkoordinator Klaus Steiner hat eine Fülle an Projekten v.a. im Freizeit-, Sport- und Umweltbereich "an Land gezogen", die zu einer Aufwertung des gesamten Gebiets beitragen sollen.****

Der Donaukanal ist - neben dem Wiental, dem Gürtel und der Ringstraße - eines der wichtigsten städtebaulichen Elemente im dichtbebauten Gebiet von Wien. Ziel war die Erstellung eines neuen Nutzungskonzeptes, um dadurch den Donaukanal, der bisher eher ein trennendes, denn ein verbindendes Element im Stadtgefüge darstellt, zu einem attraktiven Freizeit- und Erholungsgebiet zu machen. Planungsstadtrat Schicker dazu: "Der Bereich des Donaukanals muss hinsichtlich stadträumlichen und ökologischen Bedeutung entsprechend hervorgehoben werden. Wir wollen mit dem Projekt das in manchen Bereichen nicht sehr attraktive Gebiet zu dem machen, was ein Fluss in einer Stadt sein soll: Ein Ort der Erholung mitten im dichtbebauten Gebiet mit unterschiedlichsten Nutzungskonzepten für die unterschiedlichsten Interessen. Die Stadt muss - genau wie im Bereich der Donau - auch hier wieder "näher ans Wasser" gerückt werden."

Zur Finanzierung sollen - soweit dies möglich und vertretbar ist - im Wege von public-private-partnership-Modellen finanzielle Beiträge privater Investoren lukriert werden, um die beschränkten finanziellen Mittel der öffentlichen Hand zu ergänzen. Vorstellbar sind z.B. Nutzungsgenehmigungen und/oder Nutzungsausweisungen, wobei dies - je nach Standort und Nutzungsabsicht - eine Abwägung der Interessen der öffentlichen Hand, städtebaulicher Erfordernisse und individueller kaufmännischer Gesichtspunkte auf politischer Ebene bedingt.

Umweltstadträtin Kossina betonte, dass es zusätzlich ihr Ziel sei "gemeinsam mit der MA 30, Wien Kanal, den Donaukanal noch sauberer zu machen, also die Wasserqualität zu verbessern. Zwei High Tech-Projekte werden dafür sorgen, dass dieses Gebiet Wiens an Attraktivität gewinnt. Damit wird ein wesentlicher Schritt gesetzt, um den "Masterplan Donaukanal" zu unterstützen. Dem Abwassermanagement kommt eine maßgebliche Rolle bei der Sicherung der Lebensqualität in Wien zu. Bereits mehr als 98 Prozent der Bevölkerung sind an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Damit nimmt Wien im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz ein.

Mit dem "neuen" Donaukanal gewinnt Wien in Zukunft ein wichtiges Stück Erholungsraum inmitten der Stadt zurück: 17 Kilometer naturnahe Flusslandschaft, Rad- und Fußwege samt Beleuchtung, neu gestaltete Ufer. Aber nicht nur an den Ufern kündigt sich die Wiederkehr des Donaukanals im Stadtbild an. Auch auf und im Wasser werden die Veränderungen messbar sein. Entspricht zum Beispiel derzeit die Wasserqualität des Donaukanals auf der international geltenden Wassergüteskala der Klasse II-III, wird sich in Zukunft die Qualität auf Klasse II (Badewasserqualität) einpendeln und somit der Donau ebenbürtig sein.

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde DI Klaus Steiner, MA 18, als Projektkoordinator eingesetzt. Ihm ist es gelungen, eine ganze Reihe interessanter Projekte "an Land zu ziehen":

o Im Bereich der Schemmerlbrücke soll eine Wildwasser-Anlage als Freizeitsport-Einrichtung für Familien eingerichtet werden.
o Die "Summerstage" - die derzeit eine Genehmigung nur auf
Widerruf hat, soll zu einer fixen Einrichtung werden.

Vizebürgermeisterin Laska dazu: "Der Donaukanal ist ein Stadterholungsgebiet der Zukunft. Gerade so erfolgreiche Projekte wie die Summerstage erhöhen nicht nur das Wien Image als Wohlfühlstadt, sondern sind schon längst Fixpunkte in der Freizeitplanung der WienerInnen geworden. Eine weitere logische Ergänzung dafür ist der Ausbau an der Sportinfrastruktur. Neben den schon bisher bestehenden Möglichkeiten zum Radfahren und Laufen, sieht die Planung eine Wildwasseranlage im Bereich der Schemmerlbrücke vor. Wie schon in einigen anderen europäischen Städten wie z.B. in Augsburg (D) oder Barcelona (ESP) soll es auch in Wien dieses Angebot geben. In Gesprächen mit Fachleuten wird jetzt die Machbarkeit geprüft und die Rahmenbedingungen erarbeitet."

o Das Wohnbauprojekt der Architektin Zaha Hadid im Bereich der Spittelauer Lände soll zur Wiederbelebung dieses Teilbereiches des Donaukanalufers beitragen, indem die Wasserkante mit der städtischen Bebauung durch existierende frühere Stadtbahnbögen verbunden wird. Geschäfte, Cafes und Restaurants in den unteren Geschossen der Gebäude versorgen den Fuß- und Radweg (Treppelweg) am Wasser mit ihrem Angebot.
o Eine "Wasserwand" als Projektionsfläche soll für den kulturellen Impact sorgen.
o Für einen geschlechtssensiblen Kinderspielplatz im 2. Bezirk
ist der Planungsauftrag abgeschlossen
o Eine öffentliche Nutzung für das Schützenhaus wird angedacht
o Im Bereich des Schwedenplatzes besteht großes Umgestaltungspotenzial. Wenn die Busparkplätze verlegt werden können, besteht die Möglichkeit, die frei werdenden Flächen für Themen (Ausstellungen...) in Zusammenhang mit dem Element
Wasser zu nutzen. Am Kanal selbst könnte die Kartenverkaufsstelle für die Schifffahrt situiert werden.
Im gesamten Bereich zwischen Augartenbrücke und Julius-Raab Platz wäre eine Sportmeile möglich.
o Im Hermannpark, der zurzeit wenig attraktiv ist, könnten -
neben der angedachten Nutzung für Busse - u.a. ein Raum für die MA 42 sowie ein öffentlich zugängliches Sportzentrum (Duschen, Umkleidekabinen, Radabstellraum etc.) eingerichtet werden. Weitere Projekte in diesem Bereich sind ein Ruderclub ("LIA"), eine geplante Fähre sowie eine Unterführung Dampfschiffstraße/Löwengasse.
o Im Bereich der Gasometer Simmering soll unterhalb des neuen Gaswerksteges ein neuer Steg errichtet werden.

Generell für den ganzen Donaukanal gilt, dass die Zugänglichkeit weiter verbessert und ökologische sowie Sicherheits-Aspekte verstärkt beachtet werden sollen. Mehr Stiegen, mehr Rampen, mehr Spielplätze, mehr Sanitäreinrichtungen sowie Notrufsäulen sollen den Komfort und die Attraktivität des Gebietes erhöhen. (Schluss) gb/mw/bfm

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