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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Es blühen die Widersprüche

Utl.: Ausgabe vom 10. März 2002=

Kärnten ist anders, das haben wir allmählich
gelernt. Einerseits blüht hier alles so schön auf, andererseits geht es den Kärntnerinnen und Kärntnern offenbar doch so schlecht, dass das Land kein Geld für Not leidende Menschen übrig hat.

Der Landeshauptmann will uns weis machen, er habe plötzlich sein Herz für Entwicklungspolitik entdeckt und sei daher - selbstverständlich privat und ohne die geringste politische Idee - unter Zuhilfenahme sämtlicher privater Connections in den Irak enteilt. Offenbar ohne Gedanken daran, dass sich gegen die entwürdigenden Lebensbedingungen im Irak seit vielen Jahren verschiedene Menschenrechtsorganisationen einsetzen.

Selbiger Landeshauptmann befindet sich im Inland, wo er hauptverantwortlich ist, nicht für wichtig, Entwicklungsprojekte zu unterstützen. Auch als SPÖ und ÖVP - wie jetzt bekannt wurde - einen Dringlichkeitsantrag in dieser Causa stellen, macht die FPÖ das, was sie ihren Gegnern immer vorgeworfen hat: sie blockiert.

Auch mit der "privaten Reise" ist es nicht allzu weit her. Ein neuer Gutachter kommt zu dem Schluss, dass sich der Landeshauptmann eben als Landeshauptmann in sein irakisches Abenteuer gestürzt hat. Abgesehen von allen juristischen Spitzfindigkeiten: die Kärntner Bürgerinnen und Bürger haben ein Anrecht darauf, zu erfahren, warum ein Politprofi für Humanität so weite Strecken zurücklegen muss. Sonst muss man sich schon fragen, ob die Demokratie in Kärnten eigentlich noch funktioniert.

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