Busek zur "Zukunftsregion Westbalkan": Pragmatische Lösungen sind gefragt

Tagung über Wirtschaftsperspektiven für die Länder dieser Region - Schramel: "Ein schwieriges Umfeld, das unseren Firmen aber auch besondere Chancen gibt"

Wien (PWK178) - "Für den ´Westbalkan´, d.h. die Staaten des früheren Jugoslawiens, müssen wir auch in Zukunft pragmatische Lösungen finden. Wichtig dabei ist, dass wir allen Ländern dieser Region europäische Perspektiven geben konnten", betonte der Koordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, Erhard Busek, Freitag Nachmittag bei der international besetzten Tagung "Wirtschaftsperspektiven für die Zukunftsregion Westbalkan" im Haus der Wirtschaft.

"Südosteuropa ist ein Teil Europas, dessen Bedeutung in jüngster Zeit - nach dem 11. September - sogar noch gestiegen ist. Wir alle sind sehr wesentlich davon betroffen, wieweit es uns gelingt, in diesem Raum Stabilität herbeizuführen", führte Busek, früherer Beauftragter der österreichischen Bundesregierung für EU-Erweiterungsfragen, weiter aus. Seit 1. Jänner 2002 ist Busek neuer Koordinator des Stabilitätspaktes und koordiniert in dieser Funktion die verschiedenen politischen Strategien und Initiativen zur Förderung von Frieden, Demokratie und Wirtschaft in diesen Ländern.

Wie Busek hervorhob, sind in diesem Raum derzeit 60 Projekte mit europäischer Beteiligung im Laufen. Als Beispiele nannte Busek eine neue Donaubrücke zwischen Rumänien und Bulgarien (Baubeginn 2003) sowie ein Reihe von Vorhaben in den Bereichen Wasser, Energie (insbesondere Stromversorgung) und Straßenbau. Ein anhaltendes Problem sei die Schiffbarkeit der Donau bei Novisad. Ab dem Baubeschluss für eine neue Brücke, mit dem demnächst zu rechnen sei, ist mit einer Bauzeit von 26 Monaten zu rechnen. Dies bedeute, dass eine durchgehende Schiffbarkeit erst Ende 2004 zu erwarten sei, meinte Busek. Als weiteres wichtiges Vorhaben nannte Busek den Abschluß von "Freetrade-Agreements" zwischen den Ländern in diesem Raum. Von insgesamt 21 angestrebten Abkommen seien derzeit acht bereits realisiert.

Die EU bietet im Rahmen von Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen die Möglichkeit einer schrittweisen Integration und auf lange Sicht die Perspektive einer EU-Mitgliedschaft an. Dazu sind allerdings weitreichende politische und wirtschaftliche Reformen notwendig, welche u.a. durch das EU-Förderprogramm CARDS (Community Assistance for Reconstruction, Democratisation and Stabilisation) beschleunigt werden sollen. Das große Interesse heimischer Firmen an diesen Zukunftsmärkten in unmittelbarer Nähe manifestiert sich in der ständig steigenden Zahl von Direktinvestitionen, stellte der stellvertretende Abteilungsleiter der Aussenwirtschaft (AWO), Georg Schramel, einleitend fest: "Das Umfeld ist sicherlich schwierig. Das gibt unseren Exportfirmen aber auch die Chance, in diesen Zukunftsmärkten neu Fuß zu fassen und damit konkrete Geschäftsmöglichkeiten wahrzunehmen".

An der von Christian Mandl, Leiter der Stabsabteilung EU-Koordination in der WKÖ, moderierten Tagung referierten weiters der GD Außenbeziehungen in der EU-Kommission, Per Vinther, über "Die Zukunft der Beziehungen der EU mit den Westbalkanländern", der Nationale Koordinator für den Süosteuropa-Stabilitätspakt, Arno Riedel (Außenministerium) über "Die Entwicklungen des Westbalkans aus österreichischer Perspektive", die österreichischen Handelsdelegierten für Kroatien und die Bundesrepublik Jugoslawien, Peter Hasslacher und Herbert Preclik, über die Geschäftschancen für österreichische Unternehmen sowie der Regional Manager für Südosteuropa in der AWO, Konstantin Bekos. (hp)

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