WIF - Seitner zu Integrationsvertrag: Regierung soll ExpertInnen hören

Know how der Volkshochschule bei Deutschkursen unverzichtbar

Wien (OTS) - Der Geschäftsführer des Wiener Integrationsfonds, Hannes Seitner kritisierte heute Freitag einmal mehr den Integrationsvertrag der Bundesregierung in der bisher vorliegenden Form. Es zeuge von einer ungeheuerlichen Ignoranz, dass die Meinung der ExpertInnen, wie etwa des Verbandes der Wiener Volksbildung, bis dato nicht einmal Ansatz weise ernst genommen worden sind. Aus Sicht des Wiener Integrationsfonds könne man, die Erfahrungen der Volkshochschulen in Sachen Deutschkurse nur unterstreichen, reagierte der WIF - Geschäftsführer auf eine Aussendung des Verbandes der Wiener Volksbildung. Die Deutschkurse im Rahmen der WIF-Sprachoffensiven, die zu einem Gutteil ebenfalls über die Wiener Volkshochschulen angeboten werden, seien permanent überbucht, betonte Seitner. Die Wiener MigrantInnen zeigen also eine extrem hohe Bereitschaft Deutsch zu lernen und zwar auf freiwilliger Basis. Zwang und Sanktionen seien, so der WIF Chef, pädagogisch allerdings völlig kontraproduktiv.

Die vom Verband der Wiener Volksbildung geforderten Alphabetisierungskurse im Rahmen der Integrationsvereinbarung nannte der Fondschef ebenfalls als wesentlichen Aspekt eines sinnvollen Angebotes zu Spracherwerb eben auch für jene MigrantInnen, die etwa das lateinische Alphabet nicht kennen. Seitner wies außerdem auf die Notwendigkeit von spezifischen Frauenkursen mit angedockter kostenloser Kinderbetreuung hin. Nicht zuletzt weil der WIF in seinen Sprachoffensive solche Angebote habe, liege der Frauenanteil bei den Sprachoffensive bei 67% . Darüber hinaus verurteitle Seitner neuerlich den von der Regierung festgelegten fünfzigprozentigen Selbstbehalt bei den Deutschkurskosten. Das, so der Fondschef, übersteige einfach die finanziellen Möglichkeiten der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, nämlich der MigrantInnen. Seitner bezeichnete den in Wien geltenden Kostenschlüssel von maximal 20% Selbstbehalt als vorbildhaft und sozial vertretbar.

Seitner: Integrations- und sozialpolitisches Desaster droht Abschließend forderte Seitner die Bundesregierung auf, die im Rahmen der Begutachtungsphase abgegebenen Stellungnahmen von ExpertInnen, wie etwa den Volkshochschulen, ernst zu nehmen. Seitner wörtlich: " Setzt die Regierung sich damit nicht auseinander, droht in Österreich ein integrations- und sozialpolitisches Desaster." gph/schluss

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