Ringler: "Freier Theaterszene in Wien droht finanzielle Austrocknung"

Grüne orten Planlosigkeit im Kulturamt und riesige Verunsicherung in der Freien Theaterszene.

Wien (Grüne) - "Der Kulturstadtrat, Mailath-Pokorny hätte spätestens im September 2001 bereits wissen müssen, dass es nicht ausreichend Geld für die Vergabe durch die Beiräte gibt", kritisiert die Grüne Kultursprecherin, Marie Ringler die aktuelle Planlosigkeit im Wiener Kulturamt. "Für Herbst 2002 sind durch Budgetumschichtungen im Wiener Kulturbudget zahlreiche Theaterprojekte der Freien Szene gefährdet", stellt Ringler fest.

Tatsache ist, den Beiräten für die Freien Theaterprojekte fehlen insgesamt 390.000 Euro (5,3 Mio. ATS) für das Jahr 2002. Ringler:
"Gelder, die eigentlich für freie Projekte vorgesehen waren, sind zum Großteil in Strukturförderung, d. h. Dreijahresverträge geflossen. Diese Vorgangsweise bedeutet, dass manche Gruppen jetzt besser ausgestattet arbeiten können, ist aber ohne eine gleichzeitige Erhöhung des Projektbudgets nicht verantwortungsvoll. Denn ohne die innovationsfördernde Projektförderung der Beiräte wird es auf längere Sicht zum kreativen Stillstand kommen."

Das gesamte Budget für Freie Gruppen/Produktionen ist im Jahr 2002 mit EUR 5,268.780,48 (entspricht ATS 72,500.000,--) anberaumt, im Bereich Sprechtheater sind € 1,31 Mio. (18 Millionen ATS) vorgesehen, davon wurden aber bereits 18,63 Mio. ATS verplant und größtenteils bereits beschlossen. Dem Sprechtheaterbeirat fehlen für das Jahr 2002 ca. 170.000 € (2,3 Mio. S). Ähnlich die Situation beim Tanz- und Kindertheaterbeirat, hier fehlen ca. 145.000 € (2 Mio. S), respektive ca. 72.000 € (1 Mio. S).

Ringler: "Durch diese Geldknappheit ist die Arbeit der Theaterbeiräte der Stadt grundsätzlich gefährdet. Ohne Budget können diese ihrer Aufgabe zur Setzung von neuen Impulsen und der Weiterentwicklung von Qualität und Vielfalt durch gezielte Projektförderung nicht mehr nachkommen"

Die Grünen fordern aber von Mailath-Pokorny eine seriöse Vorgangsweise ein:
Die Beibehaltung des bestehenden Beiratssystems bis ein neues gefunden ist.
Die Festschreibung klarer "Spielregeln" für das bestehende Vergabesystem.
Eine offen und mit allen Theaterschaffenden der Stadt geführte Diskussion über eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Förderung des gesamten Theaterbereichs in der Stadt.

"Die teils völlig widersprüchlichen Aussagen des Kulturamts zur aktuellen Situation haben zu einer tiefen Verunsicherung der Theaterschaffenden beigetragen. "Die Neuordnung der Theaterlandschaft ist längst überfällig. Mailath-Pokorny ist gefordert schnellstens Reformschritte zu setzen. In der Zwischenzeit sollte er wenigstens versuchen mit den Kulturschaffenden zu kommunizieren," schließt Ringler.

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