"Gewerkschaften für Frauen, Frauen für Gewerkschaften"

Internationale Kampagne zur besseren gewerkschaftlichen Organisierung der Frauen

Wien (ÖGB). Besser auf die Bedürfnisse erwerbstätiger Frauen eingehen, die Hindernisse für die Gewerkschaftsmitgliedschaft von Frauen aus dem Weg räumen und die Gewerkschaften auch für Frauen attraktiv machen. Das sind die Ziele der heute vom Internationalen Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) begonnenen dreijährigen Kampagne "Gewerkschaften für Frauen, Frauen für Gewerkschaften". Der ÖGB hat im Rahmen des gestrigen Bundesvorstandes einstimmig die Unterstützung der Kampagne auf nationaler Ebene beschlossen.++++

Der Anteil der Frauen an der ArbeitnehmerInnenschaft ist im Steigen, während ihr gewerkschaftlicher Organisationsgrad generell relativ niedrig ist. Obwohl der Anteil der weiblichen Mitglieder an allen ÖGB-Mitgliedern mit 32,3 Prozent im internationalen Vergleich relativ hoch liegt, sind Frauen auch in Österreich im Vergleich zu ihrem Anteil an den ArbeitnehmerInnen insgesamt (45 Prozent) unterdurchschnittlich gewerkschaftlich organisiert.

"Wir wollen den ÖGB und die Gewerkschaften frauengerechter ausrichten. Der ÖGB hat im Herbst beschlossen, im Rahmen der Organisationsreform Gender Mainstreaming verbindlich umzusetzen. Das bedeutet, dass in jedem Politikbereich die unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen sind und die Entscheidungen dahingehend zu treffen sind, dass sie einen Beitrag zur Chancengleichheit leisten", erklärt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits. Auch in der Vereinbarung zur Gründung einer neuen Gewerkschaft zwischen der Gewerkschaft Metall-Textil, der GPA, der Gewerkschaft der Chemiearbeiter, der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier und der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss sei die Umsetzung des Gender Mainstreamings festgeschrieben, so Csörgits, in der GPA hätten auch schon Gender Trainings für FunktionärInnen stattgefunden. "In Kürze wird es die Gender-Schulungen auch im ÖGB geben", so Csörgits weiter.

Auch zu dem vom IBFG für das Jahr 2002 gewählten Schwerpunktthema "Das Recht der Frau auf menschenwürdige Arbeit" plant der ÖGB Aktivitäten. "Neben der politischen Arbeit zur Verbesserung der Arbeits- und Einkommenslage der Frauen werden wir verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung für die Probleme der Frauen auf dem Arbeitsmarkt betreiben", kündigt Csörgits an. Den Auftakt bildet eine Einkommensenquete der ÖGB-Frauen, die am 9. April 2002 unter dem Titel "Wenn es ein Mädchen wird, nennen wir es Einkommensunterschied" in Wien stattfinden wird. (mfr)

ÖGB, 8. März 2002
Nr. 202

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