Blecha: Alterssicherung bedarf Maßnahmen der Wirtschafts-, Beschäftigungs-, Sozial- und Bildungspolitik

Skandinavien ist bei Erwerbstätigkeit Älterer Spitzenreiter

Wien (SK) "Wir brauchen eine langfristige Alterssicherung. Eine solche erfordert ein Zusammenwirken von Wirtschafts-, Beschäftigungs-, Sozial- und Bildungspolitik. Klar ist auch, dass eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung vor allem Älterer dringend notwendig ist", erklärte Karl Blecha, Präsident der Europäischen Seniorenorganisation, Freitag während des 2. ESO-Kongresses in Brüssel. Hochrangige Gesprächspartner diskutierten über Fragen der Pensionssicherung: Neben Blecha auch ESO-Generalsekretärin Hilde Hawlicek - die Organisatorin des Kongresses, die SPÖ-Europaabgeordneten Christa Prets, Harald Ettl und Karin Scheele sowie der SPE-Fraktionsvorsitzende im Europäischen Parlament Enrique Barón Crespo. Die skandinavischen Länder seien bei der Erwerbstätigkeit älterer Menschen Spitzenreiter: Der Anteil der Erwerbstätigen zwischen 55 und 64 Jahren liege dort zwischen 60 und 70 Prozent. Zum Vergleich: Der österreichische Wert liegt bei rund 30 Prozent. ****

In vielen europäischen Ländern gebe man älteren Dienstnehmern keine Chance mehr, kritisierte Blecha. In der Alterssicherung hingegen sei mit "steigenden Kosten zu rechnen, die einfach fairer verteilt werden müssen", stellte der ESO-Präsident klar.

"Wir brauchen neue Finanzierungsmodelle für die Alterssicherung. Es ist undenkbar, auch in Zukunft die Lohn- und Gehaltssumme als einzige Bemessungsgrundlage heranzuziehen. Formen der Wertschöpfungsabgabe müssen daher in unsere Überlegungen Eingang finden - und zwar auf gesamteuropäischer Ebene", konstatierte Blecha.

"Auch das Pensionsrecht muss überdacht werden, nicht nur aufgrund demographischer Daten, sondern auch auf Basis der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeit. Als Sozialdemokraten steht aber für uns außer Frage, dass dabei das hohe Schutzniveau erhalten bleiben muss", so Blecha.

Alterssicherungssysteme, die spezifische Risken wie neue Arbeitsformen, steigende Mobilität und häufige Berufsunterbrechungen abdeckten "und solidarische Ausgleichsmechanismen garantieren" seien daher ins Blickfeld zu rücken.

Blecha: "Bei allen privaten Varianten der Alterssicherung fehlen Anrechnungsmöglichkeiten für Zeiten der Arbeitslosigkeit oder der Kindererziehung. Das garantieren nur solidarische Umlagesysteme auf öffentlicher Basis. Private Pensionen oder Betriebspensionen können nur als Ergänzung dienen. Sie sind keine Säulen des Pensionssystems, sie sind höchstens Röhrln."

Die Europäische Seniorenorganisation trete "mit Entschiedenheit gegen die Entsolidarisierungstendenzen der Rechten auf", so Blecha. Alterssicherung bedarf im hohen Maße der Solidarität zwischen den Generationen und der Fairness innerhalb der Generationen. "Seniorenorganisationen anderer Staaten orientieren sich in ihren Forderungen stark am österreichischen Modell, für das wir Sozialdemokraten verantwortlich zeichnen", schloss Blecha. (Schluss) wf/mm

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