Österreich exportiert kräftig in die MOEL- und GUS-Staaten

Russland legt derzeit am meisten mit fast 40 % Exportplus zu

Wien (PWK174) - "Der österreichische Außenhandel mit den MOEL- und GUS-Staaten verzeichnete im Vorjahr insgesamt eine sehr positive Entwicklung. Sowohl die Exporte mit einer Steigerung um 6,3 % gegenüber dem Vorjahr als auch die Importe mit einem Plus von 6 % liegen angesichts der weltweiten Konjunkturdelle über dem Durchschnitt des Gesamtaußenhandels Österreichs mit Europa", stellt Georg Schramel, stellvertretender Leiter der AWO, anlässlich der Außenhandelstagung Mittel-Osteuropa fest. "Spitzenreiter im Vorjahr waren eindeutig Russland mit einem Exportplus von fast 40 Prozent, die Ukraine mit plus 22 Prozent und die Slowakei mit plus 21 Prozent, was mit dem enormen Nachholbedarf in diesen Ländern zusammenhängt", so Schramel.

Der Gesamtwert der österreichischen Exporte in die Länder Ungarn, Tschechien, Polen, Slowakei, Russland und Ukraine erreichte von Jänner bis November 2001 einen Betrag von 8,05 Mrd Euro, die österreichischen Importe 7,6 Mrd Euro. "Unter den Hauptabnehmerländern österreichischer Waren liegt trotz eines Minus von 5,6 Prozent nach wie vor Ungarn deutlich an erster Stelle mit 3 Mrd Euro, gefolgt von Tschechien mit fast 2 Mrd Euro und Polen mit 1,1 Mrd Euro. Kopf an Kopf folgen die Slowakei als Abnehmerland österreichischer Waren im Wert von 858 Mio Euro und Russland mit 827 Mio Euro", analysiert Schramel die Exportsituation. "Importseitig ergibt sich ein ähnliches Bild, wobei Polens Exporte nach Österreich im Vorjahr immerhin um mehr als 20 Prozent zulegten und einen Wert von 845 Mio erreichten. Größter Importeur nach Österreich ist nach wie vor Ungarn mit 2,5 Mrd Euro, gefolgt von Tschechien mit fast 2 Mrd Euro und Kopf an Kopf Russland mit 1,07 und Slowakei mit 1,04 Mrd Euro", so Schramel.

"Trotz leicht rückläufigem Export nach Ungarn ist die Investitionslust österreichischer Unternehmen in Ungarn ungebrochen. Insgesamt investierten österreichische Unternehmen seit der Wende bereits 2,3 Mrd Euro und repräsentieren damit 10 Prozent der gesamten ausländischen Investitionen", analysiert Peter Rejtö, Handelsdelegierter in Budapest, die österreichische Investitionslandschaft in seinem Betreuungsbereich. "Die Gesamtzahl der mit österreichischem Kapital gegründeten Firmen liegt bereits bei 5.500, wobei 3.500 auch operativ tätig sind. Branchenmäßig ist die österreichische Präsenz im ungarischen Wirtschaftsleben bereits so verzweigt, dass Schwerpunkte kaum auszumachen sind", so Rejtö.

"In Tschechien behauptet Österreich weiterhin seine Stellung als drittwichtigster Auslandsinvestor. Die bisher getätigten Investitionen erreichten 2001 bereits die 3 Mrd Euro-Grenze", so Michael Angerer, Handelsdelegierter in Prag. "In den osteuropäischen Investitionsmagneten Polen mit ausländischen Gesamtinvestitionen von über 59 Mrd Euro investierten bis zur Jahresmitte 40 Unternehmen aus Österreich 1,36 Mrd Euro in Projekte von über 1 Mio US-Dollar. Das tatsächliche Investitionsvolumen ist aber größer, da österreichische Klein- und Mittelbetriebe im Regelfall ihr Engagement mit geringeren Werten starten und daher statistisch nicht erfasst werden", kommentiert Rudolf Thaler, Handelsdelegierter in Warschau, die Situation in Polen. "Durch den sprunghaften Anstieg der österreichischen Direktinvestitionen in der Slowakei im Vorjahr, wodurch wir neben Deutschland und den Niederlanden zu den bedeutendsten Auslandsinvestoren in der Slowakei zählen - immerhin beträgt Österreichs Anteil an den gesamten Auslandsinvestitionen bereits 18,5 Prozent - und der zunehmenden Binnennachfrage, ist in Zukunft mit einem weiteren Anstieg des Handelsvolumens mit der Slowakei zu rechnen", ist Josef Altenburger, Handelsdelegierter in Pressburg optimistisch.

"Das Russland-Geschäft war für Österreich im vergangenen Jahr extrem positiv mit einem Zuwachs von 40 Prozent", so der Handelsdelegierte in Moskau, Hans Kausl. Die Zuversicht der russischen Unternehmer hat sich auf westliche Lieferanten übertragen und der Zustrom etablierter und neuer Exporteure ist klar erkennbar. Die österreichische Exportwirtschaft hat die Chancen dieses Aufschwunges genützt, sodass auch 2002 mit einem weiteren Plus von mindestens 10 Prozent gerechnet werden kann", ist Kausl überzeugt. "Mit der Ukraine gibt es ebenso rosige Aussichten", ist Christian Gessl, Handelsdelegierter in Kiew, erfreut. "Die österreichischen Importe aus der Ukraine haben sich in den vergangenen Jahren verfünffacht und die österreichischen Exporte sogar versechsfacht", so Gessl. Das österreichische Investitionsvolumen betrug bis 2001 immerhin 160 Mio Euro und konzentriert sich auf die Bereiche Handel, Transport, Leichtindustrie sowie im Finanz- und Kreditwesen (pt).

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