Protest zum Integrationsvertrag: "Wir alle sind Schlüsselkräfte"

Aktion von Integrationsfonds und Migrantinnenvereinen am Ballhausplatz

Wien, (OTS) Anlässlich des internationalen Frauentages hat der Wiener Integrationsfonds für Freitag gemeinsam mit Wiener Migrantinnenvereinen zu einer Protestaktion gegen den so genannten "Integrationsvertrag" der Bundesregierung eingeladen.

Als sichtbares Zeichen trugen die Frauen einen Riesenschlüssel mit der Aufschrift "Wir alle sind Schlüsselkräfte". Darüber hinaus übergaben die Teilnehmerinnen der Aktion "Wir alle sind Schlüsselkräfte" ein entsprechendes Forderungspaket an die "erste" Frau in der Bundesregierung, Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess-Passer.

Die bereits bestehende rechtliche Schlechterstellung von Zuwanderinnen werde durch das von ungeheurem Zynismus getragene Spracherwerbsdiktat der Regierung weiter verschärft, argumentierten die Organisatorinnen die Protestaktion. Frauen seien durch die Tatsache, dass sie jahrelang über keinen eigenen Aufenthalts- und Beschäftigungstitel verfügen, weil sie in der Regel im Rahmen des Familiennachzugs nach Österreich gekommen sind, lange Zeit vom Arbeitsmarkt gänzlich ausgeschlossen, betonten die Vertreterinnen von Wiener Migrantinnenvereinen und des Wiener Integrationsfonds.

Die stellvertretende Geschäftsführerin des Integrationsfonds Andrea Eckhart dazu wörtlich: " Wie sollen niedergelassene Frauen also 50% der Kosten für die Zwangsdeutschkurse bezahlen? Andererseits gibt es Zuwanderung zu Erwerbszwecken ohnehin nur mehr für Schlüsselkräfte."

Die Migrantinnenvereine und der Wiener Integrationsfonds forderten daher:

o Eigenständiges Aufenthaltsrecht und Existenzsicherung für Frauen ab der Einreise
o Anerkennung von Sprachkompetenzen und Bildungsabschlüssen
o Maßnahmen zur Förderung des sozialen Aufstiegs statt Spracherwerbsdiktat

Die Politik der Bundesregierung in Sachen Integration, so Eckhart, sei jedenfalls diskriminierend und frauenfeindlich.
Man habe daher Dr. Susanne Riess-Passer ein diesbezügliches Forderungspaket übergeben, weil man hoffe, dass sie sich aus frauenpolitischer damit ernsthaft auseinander setzt und der Integrationsvertrag, der wenige Verbesserungen aber hauptsächlich Zwänge und Sanktionen sowie keinerlei Rechte für MigrantInnen beinhaltet, innerhalb der Bundesregierung doch noch überdacht wird, schloss Eckhart. (Schluss) gph

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