• 08.03.2002, 09:35:58
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Vana zum Frauentag: Lage der Frauen am Arbeitsmarkt ist miserabel=

Für Wiener Grüne haben Blau-Schwarz und Wiener SPÖ im Kampf gegen die Frauenarbeitslosigkeit schlichtweg versagt.

Wien (Grüne) - "Schon lange war die Situation der Frauen in
Österreich nicht mehr so brisant", bilanziert die Wiener
Frauensprecherin der Grünen, Monika Vana, anlässlich des heutigen
Internationalen Frauentags die schlechte Arbeitsmarktpolitik der
Bundesregierung. "Blau-Schwarz zerschlägt den Wohlfahrtsstaat und
geht brutal gegen Frauenrechte vor. Frauenpolitik ist zur
Kinderförderungspolitik mutiert. Die Abschaffung des
Frauenministeriums, die Einsetzung eines männlichen Frauenministers,
die Einführung des Kindergeldes und der Gemeinsamen Obsorge, sowie
das Aushungern regierungskritischer Frauenvereine sind nur einige der
negativen "Highlights" der frauenfeindlichen Regierungspolitik",
resümiert Vana.

Dass die Wunschvorstellung der Herren Haupt, Bartenstein und Co
nicht aufgehen wird, dessen ist sich Vana sicher: "Frauen lassen
sich trotz teurer Werbekampagnen für das Kindergeld nicht an den Herd
zurückschicken. Die Zeit der Aufopferung von Frauen als Mütter,
Hausfrauen und billige Arbeitskräfte ohne Selbstbestimmung ist
vorbei."

Als besonders dramatisch bezeichnet Vana die Situation der Frauen
am Arbeitsmarkt. Mehr als 100.000 Frauen waren im Februar arbeitslos
gemeldet, das sind um 16,4% mehr als im Vorjahr. Jede dritte Frau in
Österreich hat keinen existenzsichernden Arbeitsplatz mehr, immer
mehr Frauen sind unfreiwillig teilzeit- oder geringfügig beschäftigt.
"Die Regierung sieht der wachsenden Zahl von Billiglohnjobs tatenlos
zu und plant eine Schikane für Frauen nach der anderen.

"Wenn ein Arbeitsminister, selbst mehrfacher Millionär, die
Rekordarbeitslosigkeit von Frauen mit einem Achselzucken abtut und
ein Frauen- und Sozialminister Frauen zum Verzicht auf
Selbstverwirklichung auffordert, ist frauenpolitischer Widerstand
angesagt", so Vana.

Auch die Wiener Stadtregierung gehört in punkto Frauenpolitik
stärker in die Pflicht genommen. "Mehr als Lippenbekenntnisse hat die
Wiener SPÖ in Sachen Arbeitsmartpolitik nicht zu bieten", kritisiert
Vana. "Auf die dramatisch gestiegene Frauenarbeitslosigkeit reagiert
die Wiener SPÖ überhaupt nicht. Ihr Hauptanliegen sind die (Männer-)
Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft. Auch den steigenden
Einkommensunterschieden zwischen Frauen und Männern wird nichts
entgegengesetzt. "Dabei könnte gerade Wien wichtige Akzente zur
Verbesserung der Lage der Frauen am Arbeitmarkt setzen. Zum Beispiel
durch die Bindung der Wiener Wirtschaftsförderung an
arbeitsmarktpolitische Kriterien. Statt des dringend notwendigen
Einsatzes der Stadt Wien für existenzsichernde Arbeitsplätze,
Qualifizierungsprogramme auf allen Hierarchieebenen,
Frauenförderpläne und Arbeitszeitmodelle zur besseren Vereinbarkeit
von Familien- und Erwerbsarbeit wird der neoliberalen
Unternehmensunkultur von Seiten der sozialdemokratischen
Stadtregierung die Stange gehalten", so Vana.

Die Grünen fordern von der Wiener SPÖ einen unverzüglichen Ausbau
der Wiedereinstiegshilfen für Frauen. Ein Drittel der Frauen in
Elternkarenz schafft den Einstieg ins Erwerbsleben nicht mehr. Ebenso
dringend notwendig ist ein arbeitsmarktpolitisches Sofortprogramm für
Frauen analog zu den Investitionen der Stadtregierung in die
Bauwirtschaft, denn von dieser profitieren Frauen wohl kaum. Ohne
Umstiegshilfen und Qualifizierungsmaßnahmen für atypisch Beschäftigte
wird sich die Lage der Frauen am Arbeitsmarkt langfristig nicht
verbessern.

Vana abschließend: "Am Internationalen Frauentag erwarten wir uns von
den frauenpolitisch Verantwortlichen endlich Taten statt Worte, denn
dieser sind wir maßlos überdrüssig!"

Rückfragehinweis: Pressereferat der Grünen im Wiener Rathaus

Tel.: 4000 - 81 814
http://wien.gruene.at

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