DER STANDARD-Bericht: "Red Bull trifft auf sich selbst: Salzburger Energydrink-Riese "darf" erstmals auf asiatische Märkte" - Erscheinungstag 8.3.2002

Fuschl/Wien (ots) - Heuer ist es endlich so weit: Der Energydrink-Konzern Red Bull startet in Asien. Bisher war dieser Teil der Erde für die Salzburger tabu, weil er den thailändischen Miteigentümern und Besitzern der Originalrezeptur von Red Bull vorbehalten war. "Aber es gab so viele Anfragen, dass wir zunächst langsam in Singapur, Taiwan, Korea und Indien loslegen", berichtet Norbert Kraihamer, Marketing-&-Sales-Direktor und "rechte Hand" von Red- Bull-Boss Dietrich Mateschitz.

Zur Erklärung: Der Red- Bull-Konzern ist zu 49 Prozent im Eigentum von Mateschitz, weitere 49 Prozent gehören dem thailändischen Geschäftsmann Chaleo Yovidhya, zwei Prozent dessen Sohn Chalerm. Die Thailänder handeln mit dem Red-Bull- Ursaft auf einigen asiatischen Märkten - es fehlt die Kohlensäure, die Aludose, es ist aber billiger als der Austroklon.

Die meisten Anfragen kämen aus Japan, so Kraihamer weiter, dort sei aber die Klassifizierung noch offen, man wolle nicht als pharmazeutisches Produkt eingestuft werden (wie beispielsweise auch in Norwegen), sondern zumindest als Nahrungsergänzungsmittel.

Red Bull erreichte im Vorjahr weltweit in rund 50 Ländern erstmals die Milliardengrenze beim Dosenabsatz (1,16 Mrd.) und beim Umsatz in Euro, der auf 1,03 Milliarden stieg. Im Jahr 2000 waren es noch 920 Millionen Dosen. Für heuer nehmen sich die Bullen 1,4 Milliarden Dosen und zumindest 1,3 Mrd. " vor. Damit gehen sie hart an die Kapazitätsgrenze bei ihrem Abfüllpartner Rauch in Rankweil. Ein Ausbau der Produktion wäre aber möglich, so Kraihamer. In Amerika werde man kein Werk aufstellen, dies würde sich unter anderem bei den Logistikkosten zwischen Ost- und Westküste nicht rechnen.

Der US-Markt stieg rasant um 123 Prozent auf 222 Mio. Dosen im Vorjahr, heuer sind 350 Mio. das Ziel. Die Konkurrenz sei dort nun härter geworden, nicht zuletzt wegen der Energydrinks von Coca- Cola (KMX), Pepsi (Mountain Dew-Amp, Adrenalin Rush) und dem Biergiganten Anheuser-Bush (180°).

In Europa stößt Red Bull auf mehr Widerstand: So drücken vor allem in Deutschland und England billigere Eigenmarken der Handelskonzerne aufs Wachstum. Zum anderen gibt es in den Bars und Clubs die Konkurrenz der "Prepackaged Spirits" - Smirnoff Ice, Bacardi Breezer.

Einen eigenen Red-Bull- Drink mit Alkohol will man aber nicht rausbringen, obwohl dies firmenintern diskutiert wurde. Kraihamer:
"Es gibt genug böse Gerüchte." Einige dieser kosteten Zuwachsraten -Red Bull wurde in Skandinavien und Irland verdächtigt, mit Todesfällen von Sportlern zu tun zu haben, "wofür aber nie Beweise vorgelegt wurden".

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