Prammer zum Internationalen Frauentag: Frauen müssen auf eigenen Beinen stehen können!

Wien (SK) "Sicheres Einkommen, Absicherung bei der Scheidung und eigenes Geld in der Pension sind für Frauen wesentliche Bereiche, in denen es noch einiges zu tun gibt", ist SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer am Vortag des internationalen Frauentags überzeugt. Die Regierung sei daher aufgerufen, mehr zu tun, um Voraussetzungen zu schaffen, damit Frauen auf eigenen Beinen stehen können. "Daher brauchen wir den Sozialstaat Österreich, der genügend Infrastruktur zur Verfügung stellt und in dem die dafür notwendigen Gesetze beschlossen werden", begründete Prammer die Unterstützung der SPÖ-Frauen für das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich".****

Die Basis der Eigenständigkeit von Frauen sei das eigene Geld. "Eine qualifizierte Berufstätigkeit ist daher besonders für Frauen der Schlüssel zur Unabhängigkeit", ist Prammer überzeugt. Gleiche Einkommenschancen und Aufstiegsmöglichkeiten sind ein wesentlicher Schritt gegen die Benachteiligungen von Frauen. Die Voraussetzung dafür, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen sind ein freier Bildungszugang, gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die Absicherung atypischer Beschäftigungsverhältnisse und eine besondere Arbeitsmarktpolitik für ältere Arbeitnehmerinnen.

Ein weiterer Problembereich sei die "Frauenfalle Scheidung". Frauen sind speziell während und nach einer Scheidung mit vielen Unannehmlichkeiten konfrontiert. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben aus finanzieller Notwendigkeit nach möglicherweise langer Absenz ist schwierig. Ganztägige Kinderbetreuung wird benötigt, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Und die Obsorgeregelung für Kinder nach dem neuen Kindschaftsrecht ist problematisch. Sie schafft vorprogrammierte Konflikte durch das Obsorgerecht beider Elternteile nach Scheidung. Auf der anderen Seite wird die Unterhaltsdurchsetzung für Frauen und Kinder immer schwieriger. Hier werden jährlich 1 Mrd. Schilling vom Jugendamt bevorschusst.

Die SPÖ-Frauen fordern daher gezielte Information über mögliche Auswirkungen eines (längeren) Ausstieges aus dem Berufsleben, die Aufhebung der automatischen Obsorge beider Eltern nach Trennung/Scheidung sowie ein Unterhaltsmodell nach Schwedischem Vorbild (= der Staat zahlt den Unterhalt und holt sich die Zahlungen vom Unterhaltspflichtigen retour).

Eine weitere Forderung der SPÖ-Frauen bezieht sich auf die Absicherung der Frauenpensionen. "Frauen leisten den Großteil der Arbeit in der Familie. Sie unterbrechen oder beschränken ihre Erwerbsarbeit für die Betreuung der Kinder, der Haushaltsführung und dem Pflegen von Alten und Kranken. Damit fehlen ihnen wertvolle Versicherungszeiten für die Pension", erklärte Prammer. Die geringen Einkommen von Frauen aufgrund der Lohnschere bewirken weiters, dass viele Pensionen nicht hoch genug sind, um das Auskommen für den Lebensabend zu sichern.

"Sinnvoll ist daher eine eigenständige Alterssicherung - unabhängig vom Familienstand - die einen ausreichenden Lebensstandard gewährt", so Prammer. Auch eine existenzsichernde Mindesthöhe der Eigenpension (Richtgröße: Ausgleichszulagenrichtsatz für Einzelpersonen) sei anzustreben sowie eine bessere Berücksichtigung von Kindererziehung und Pflege von Angehörigen in der Pensionsversicherung, erklärte Prammer abschließend. (Schluss) up

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