Kuntzl zu ÖVP-Frauenpolitik: "Nur leere Worte und Wiederbelebung alter Rollenbilder"

Wien (SK) Für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl haben Bildungsministerin Gehrer und ÖVP-Generalsekretärin Rauch-Kallat heute "erneut eindrucksvoll darüber Zeugnis abgelegt, dass die Frauenpolitik der ÖVP "nur aus leeren Worthülsen und der Wiederbelebung alter Rollenbilder" bestehe. Zudem hätte die ablehnende Haltung Rauch-Kallats und Gehrers gegenüber der Forderung nach 1000 Euro Mindestlohn pro Monat unter Beweis gestellt, dass es der ÖVP nicht um eine allgemeine Verbesserung des Lohnniveaus gehe, die besonders den Frauen zugute kommen würde, kritisierte Kuntzl. "Statt dessen versucht die ÖVP mit Alibiaktionen ihr Gewissen reinzuwaschen und macht sich dabei lächerlich, indem Gehrer damit prahlt, immerhin eine Frauenanzahl im einstelligen Bereich in Spitzenpositionen untergebracht zu haben", unterstrich die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Nicht nur, dass die ÖVP von den wahren Sorgen der Frauen keine Ahnung hat, sie versucht auch noch über ihre gescheiterte Frauen- und Familienpolitik mit wenig glaubwürdigen Vergleichen hinwegzutäuschen", so Kuntzl weiter. Wenn die sogenannte "Familienpartei" schon den Vergleich mit Schweden ziehe, dann sollte ihr auch bekannt sein, dass dort im Unterschied zu Österreich bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen worden seien, stellte Kuntzl klar.

In Schweden bestehe nämlich ein Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit sowie einkommensabhängiges Karenzgeld und auch die Kinderbetreuungsangebote seien besser. "Mit dem blau-schwarzen Kinderbetreuungsgeld hat das reichlich wenig gemeinsam", unterstrich Kuntzl. Die Zahlen sprächen für sich: Während in Schweden 75 Prozent aller Mütter mit Kindern unter zwei Jahren in den Beruf zurückgekehrt seien, sind es in Österreich lediglich neun Prozent.

Kuntzl verwies auch darauf, dass es in Deutschland seit 1. Jänner 2001 einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit und Teilzeitkarenz mit bis zu 30 Stunden Arbeitszeit pro Partner gibt. Frankreich wiederum verfüge über ein flexibles und
flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen, für dessen Finanzierung auch entsprechende Mittel bereitgestellt würden, erörterte Kuntzl. Neben besseren Rahmenbedingungen und Qualifizierungsmaßnahmen für Widereinsteigerinnen bedürfe es für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für die leichtere Entscheidung junger Eltern zu einem Kind vor allem ausreichender Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden Öffnungszeiten, fordert Kuntzl die Wiedereinführung der "Kindergartenmilliarde". (Schluss) hm

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