Frauenstadträtin Brauner initiiert den 1. Wiener Töchtertag

Siemens lädt am 25. April 2002 die Töchter der MitarbeiterInnen ein

Wien, (OTS) Anlässlich des morgigen Internationalen Frauentages forderte Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner in ihrer heutigen Pressekonferenz die derzeitige Bundesregierung zu einer Rückkehr "zur Frauenpolitik" auf. Mit der Abschaffung des Frauenministeriums und der Streichung der Kindergartenmilliarde habe die blau-schwarze Koalition von Beginn an signalisiert, dass sie keinen Wert auf die Eigenständigkeit der Österreicherinnen lege. "Der Sozialabbau, der von der Regierung seit zwei Jahren praktiziert wird, trifft besonders schwer und als erste die Frauen", so Brauner. Gemeinsam mit der IFES-Meinungsforscherin Dr. Imma Palme präsentierte Brauner die Ergebnisse des jüngsten Frauenbarometers und die neueste Wiener Initiative für Mädchen, den ersten Wiener Töchtertag am 25. April 2002.****

Immer noch entscheiden sich zwei Drittel aller Mädchen für die drei "klassisch-weiblichen" Lehrberufe Verkäuferin (Einzelhandelskauffrau), Sekretärin (Bürokauf-frau) und Frisörin. Sowohl ihre Verdienst- als auch ihre Aufstiegschancen sind in diesen Berufen geringer, als in Branchen, die eher von Männern besetzt werden. Brauner weiß aus langjähriger Erfahrung und vielen Gesprächen mit Expertinnen, dass die Mädchenförderung möglichst früh ansetzen muss: "Gerade ein konsequentes Angebot an weiblichen Vorbildern ist besonders wichtig, um Mädchen und jungen Frauen Mut zu machen, sowohl technisch-handwerkliche Berufe zu ergreifen als auch Ausbildungswege in der Informationstechnologie einzuschlagen."

Laut der neuesten, vom Wiener Frauenbüro beauftragten, IFES-Studie spielen die Eltern, besonders die Mütter, und die "Clique", also verschiedene Peergroups, eine zentrale Rolle bei der Berufsfindung. Die Weitergabe von traditionellen Rollenaufteilungen geschieht im Elternhaus oft ungewollt und unbewusst. Die Studie kommt zu der Empfehlung, dass geschlechtssensible Aufklärungsarbeit eine öffentliche Aufgabe sei.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Ergebnisse initiiert Frauenstadträtin Brauner den 1. Wiener Töchtertag, ein Pilotprojekt, das Mädchen und deren Eltern für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Berufsorientierung überhaupt und der Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen im Speziellen begeistern soll. In Wien wird bei der erstmaligen Erprobung der Idee des Töchtertages der "Global Player" Siemens der Partnerbetrieb sein. Eine Ausweitung des Töchtertages für 2003 ist geplant. Das Kennenlernen der Arbeitsplätze von Eltern, im Speziellen von Müttern in nicht-traditionellen Berufen, dient dabei als Anschauungsbeispiel für reale Berufssituationen. Die Mütter sind emotional sehr nahestehende Vorbilder für Töchter in der Berufsentscheidungsphase bzw. in deren Vorfeld.

Geplant ist die Abhaltung von Betriebsbesuchen von Töchtern und deren Schul-kolleginnen/ Freundinnen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren bei Siemens. Dabei wird die Möglichkeit geboten, den beruflichen Alltag der Mütter und Väter vor Ort kennen zulernen. Idealerweise soll sich dabei die Chance zum Ausprobieren/Mitmachen ("Berufe zum Anfassen") für Mädchen im Betrieb (von der Werkstatt über das Forschungslabor bis zur Chefetage) ergeben.
Vorgesehen sind außerdem Gespräche mit Frauen in interessanten und "nicht-traditionellen" Berufen und Personalverantwortlichen bei Siemens im Sinne von "Wie werde ich ...?"
Weiters im Programm: Gesprächsrunde der Besucherinnen mit Lehrmädchen in Ausbildung, Berufsinformationen zu den vorgestellten Berufen, Begleitung des Besuches durch MedienvertreterInnen, um die Öffentlichkeit auf die neugeschaffene Initiative aufmerksam zu machen.

ExpertInnen zufolge steigt das Interesse von Eltern und Mädchen an zukunftsorientierten, traditionell männerdominierten Ausbildungen stets an, wenn die mediale Berichterstattung auf diese Möglichkeiten hinweist. International hat sich der letzte Donnerstag im April für den Töchtertag durchgesetzt. Das Besondere am "Töchtertag" ist die Berücksichtigung der wichtigen Rolle, die Eltern bei der Berufswahl ihrer Töchter spielen. Das bedeutet zum einen, dass man von einem großen Interesse der Mädchen ausgehen kann, den Arbeitsplatz der Eltern kennen zulernen, was bei "anonymen" Betriebsexkursionen schwieriger ist. Ein weiterer Vorteil des Töchtertages liegt in der Möglichkeit, ihn breitflächig auszuweiten. Deshalb wird im Rahmen des Pilotprojektes gleich der "Töchtertag 2003" angekündigt werden und Frauenstadträtin Brauner lädt bereits heute alle interessierten Betriebe, Eltern, Schulen und Mädchen zur Beteiligung bzw. zur Nachahmung ein.

Mädchenförderung in Wien

Schon bisher wurden Mädchen in Wien speziell gefördert und dazu ermutigt, eigene und zukunftsorientierte Wege zu gehen. Die Grundsätze der geschlechtssensiblen Pädagogik nach dem Motto "Mädchen stärken, Burschen fördern" müssen sich daher durch das gesamte Bildungsangebot ziehen, um die bestehenden Rollenbilder zu hinterfragen und zu überwinden. In Wien gibt es bereits beginnend mit geschlechts-sensiblen Kindergärten über dementsprechende Freizeitangebote für Mädchen viele spezifische Möglichkeiten. Mit www.jobs4girls.at, einer informativen Homepage für Mädchen, die sich überlegen, welchen Job, welche Ausbildung sie wählen sollen, hat das Frauenbüro der Stadt Wien bereits einen wichtigen Beitrag zu gezieltem Mentoring für Mädchen geschaffen. Anhand der Biografien zahlreicher berufstätiger Frauen erfahren interessierte Mädchen alles über Jobs, Ausbildung und Karrierechancen. "Jobs4girls soll Mädchen eine breite Palette an Berufen eröffnen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf technischen Berufsfeldern und im Bereich Informationstechnologien", so Brauner abschließend.

Weitere Informationen:
o Frauen: www.wien.gv.at/index/in_frau.htm

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