Ärzte über Hauptverband verärgert

Wien (OTS) - Mit spürbarer Verärgerung haben die niedergelassenen Ärzte auf die seitens des Hauptverbands vorgelegte Prognose hoher Kassendefizite für die kommenden Jahre reagiert. "Sollte die Einschätzung eines Anstiegs des Kassenabgangs auf fast 500 Millionen Euro im Jahr 2004 tatsächlich zutreffen, wird es für die geplanten Reformen im Gesundheitswesen keinerlei Spielraum mehr geben", warnte der Obmann der niedergelassenen Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Jörg Pruckner, am Donnerstag in einer Aussendung. "Laut den vorgelegten Zahlen ist bei der wohnortnahen Gesundheitsversorgung offenbar ein Leistungsabbau statt des im Regierungsprogramm vorgesehenen Leistungsausbaus geplant. Das werden die Verantwortlichen der Bevölkerung erklären müssen. Unsere weiteren Verhandlungen mit den Kassen stehen unter diesen Voraussetzungen unter einem denkbar schlechten Stern."

Vor diesem Hintergrund deponierte Pruckner erneut ein klares "Nein" der Ärzte zum Inkasso der Gebühren für die E-Card. Gegen eine eventuelle Diskussion über eine frühere Kündbarkeit von Verträgen oder eine Aufhebung der Tarifautomatik werde man sich "mit allen gebotenen Mitteln zur Wehr setzen", kündigte Pruckner an.

"Was wir benötigen, ist angesichts der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft und der Chronifizierung bestimmter Erkrankungen dringend eine Aufwertung der ärztlichen Hilfe im extramuralen Bereich", so Pruckner, der die benötigten Mittel hierfür für die nächsten fünf Jahre auf 1,3 Milliarden Euro beziffert. "Wie sollen unter den jetzigen Bedingungen Gruppenpraxen realisiert werden?"

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.Nr. 01/512 44 86

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAE/NAE/OTS