Prets zum Frauentag: Keine Religion und keine Kultur rechtfertigt die Missachtung der Menschenrechte

Scheele: Nicht konfessionelle Unterschiede zwischen Feminismen betonen, Gemeinsamkeiten suchen!

Wien (SK) "Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Die spanische EU-Ratspräsidentschaft hat sich Gewalt gegen Frauen zum Thema gemacht, und insbesondere häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt und Gewalt am Arbeitsplatz. Aber Gewalt hat viele Gesichter: In anderen Kulturen gibt es darüber hinaus noch genitale Verstümmelung - oder gar Steinigungen wegen "Blutschande". Keine Religion oder Kultur rechtfertigt die Missachtung der Menschenrechte", erklärte die burgenländische SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets Mittwoch nach einer Podiumsdiskussion im Europäischen Parlament zum Motto des diesjährigen Weltfrauentags "Für eine humane und gewaltfreie Gesellschaft". "Feministinnen sollten nicht konfessionelle Unterschiede ihrer Auseinandersetzung betonen, sondern Gemeinsamkeiten suchen", betonte auch die niederösterreichische SPÖ-Europaabgeordnete Karin Scheele. ****

Die Podiumsdiskussion war hochkarätig besetzt: Der spanische Ratspräsident zählte ebenso zu den Rednern wie die belgische Vizepremierministerin. Vertreterinnen von Fraueninteressen aus Israel, Palästina, Tunesien, Ägypten und anderen Staaten nahmen ebenfalls teil.

"Das österreichische Wegweiserecht muss als Vorbild zumindest in Europa zum Standard werden. Wir haben nicht nur die Exekutive geschult, wir haben auch Interventionsstellen für Frauen geschaffen, die Opfer von Gewalttaten wurden", so Prets. Sie, Prets, habe dem spanischen Ratspräsidenten und der belgischen Vizepremierministerin geraten, sich in diesem Bereich an Österreich zu orientieren.

Scheele wies auf den tragischen Fall der Safiya Husseini hin, die erst kürzlich durch den Islamischen Gerichtshof von Sokoto in Nigeria wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt wurde. Die Europäische Union und speziell der EP-Frauenausschuss übten massiv Druck aus, dass derartige mittelalterliche Szenarien unterbleiben.

Besonders schockierend seien Morde aufgrund von "Blutschande" als "Methode von Männern, das Leben ihrer Frauen zu kontrollieren". Ein Mord mit solchem Hintergrund in Schweden habe erst vor kurzer Zeit die Schlagzeilen europäischer Zeitungen beschäftigt, so Scheele.

"Es gibt keine dritte Welt, es gibt nur eine Welt. Deswegen müssen wir auch Gewalt in Krisenherden wie Palästina, Israel oder Angola zum Thema machen. Wir brauchen Globalisierung von unten -also Solidarität", stellte Prets abschließend fest. (Schluss) wf/mp

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