Ferrero-Waldner besprach EU-Themen und die Zukunft Mitteleuropas mit ungarischem Amtskollegen János Martonyi

"Donau ist europäisches, identitätsbildendes Bindeglied Mitteleuropas"

Wien (OTS) - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner traf heute mit ihrem ungarischen Amtskollegen János Martonyi in Wien zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Die Außenministerin hob die ausgezeichneten und vielfältigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor und begrüßte es, "in regelmäßigen Abständen einen Gedankenaustausch zu pflegen". Schwerpunktthemen des Gesprächs bildeten zum einen die künftige Entwicklung in der Europäischen Union und zum anderen die Beziehungen und Zielsetzungen in der gemeinsamen Region Mitteleuropa.

In puncto Erweiterungsverhandlungen liegt Ungarn, das bereits 24 von 31 Verhandlungskapiteln vorübergehend abschließen konnte, unter den Kandidatenländern im Spitzenfeld. Angesichts des bisher erzielten Verhandlungserfolges und der "doch recht weit fortgeschrittenen Diskussionen im Rat über die Kosten der Erweiterung" geht die Ministerin davon aus, dass die "Beitrittsverhandlungen mit Ungarn weiterhin ohne Verzögerungen erfolgen werden". Auch eine zukünftige Architektur des Hauses Europa wurde eingehend besprochen. Ferrero-Waldner betonte gegenüber ihrem Amtskollegen Dr. Janos Martonyi, der selbst Regierungsvertreter im Konvent zur Zukunft der EU ist, dass Österreich "von Anfang an für die Einbindung der Beitrittskandidaten in die Diskussionen des Konvents auf Basis der Gleichberechtigung eingetreten ist" und begrüßte, dass Martonyi selbst Vertreter seines Landes im Konvent ist.

Einen weiteren zentralen Punkt der Gespräche stellten die verschiedenen mitteleuropäischen Kooperationsformen dar. Neben den Erfolgen der Regionalen Partnerschaft wurden auch gemeinsame Aktivitäten im Rahmen der Donaukooperation besprochen. Ferrero-Waldner bezeichnete in diesem Zusammenhang die Donau als "europäisches, identitätsbildendes Bindeglied Mitteleuropas". "Die Donaukooperation ist ein wichtiges Instrument für die Wiederaufnahme der Netzwerke innerhalb der Region und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur umfassenden wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung der Region", so Ferrero-Waldner.

Einen wichtigen Stellenwert misst Ferrero-Waldner auch der Zusammenarbeit Österreichs mit seinen Nachbarländern in den Bereichen Justiz und Inneres bei. "Mit der Einrichtung der sogenannten Sicherheitspartnerschaften zwischen den jeweiligen Bundesministerien für Inneres hat die bilaterale Zusammenarbeit Österreichs mit Ungarn eine neue Qualität erreicht. Somit kann der hohe Sicherheitsstandard für die Region und ihre Bürger in einem gemeinsamen Europa noch weiter angehoben werden", so die Außenministerin.

Abschließend betonte Ferrero-Waldner die Notwendigkeit, "unseren Partnern in Brüssel die Existenz der 'Mitteleuropäischen Identität' bewusst zu machen und unsere gemeinsamen regionalen Interessen dort zu vertreten". Die Außenministerin zeigte sich zuversichtlich, dass "wir nach dem EU-Beitritt Ungarns vieles grundsätzlich gemeinsam in Brüssel vorbringen und so gemeinsam einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft Europas leisten werden".

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