Kossina: Wien geht in die Solaroffensive

Wien "Stadt der Sonne" - 40.000 Wohnungen sollen bis zum Jahr 2010 Solaranlagen erhalten

Wien, (OTS) "Wien startet eine Solaroffensive", betonte am Donnerstag Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina in einer Pressekonferenz. Die Stadt Wien forciert mit Unterstützung der Europäischen Union und gemeinsam mit dem Nachbarland Ungarn eine Technologieoffensive, um der Solarenergie in der Großstadt zum Durchbruch zu verhelfen.

Unter dem Titel SOLAR- NET II sollen optimale Rahmenbedingungen für den Einsatz von Sonnenkollektoren auf Wiens Dächern und Hausfassaden geschaffen werden, damit 40.000 neugebaute und sanierte Wohnungen bis zum Jahr 2010 das Warmwasser und teilweise auch die Wärme für die Heizung aus Sonnenenergie erhalten können.****

Kossina: "Dieses ehrgeizige Projekt ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutzprogramm der Stadt Wien. Bei Solarenergienutzung entstehen keine Schadstoff-Emissionen und Sonnenenergie ist praktisch unerschöpflich. Solarenergie schafft Unabhängigkeit von Energiepreisen, Solaranlagen sind innovativ, technisch ausgereift und haben lange Lebensdauer. Solarenergie spart Geld, denn die Stadt Wien bietet noch dazu sehr attraktive Förderungen. Nützen wir diese Möglichkeit der Nutzung natürlicher Energie."

"Mit dem KliP - dem Wiener Klimaschutzprogramm - beweist die Stadt Wien, dass Klimaschutz in der Bundeshauptstadt kein Schlagwort ist und die Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll ernst nimmt. Denn der Umweltminister hat sich verpflichtet die Kohlendioxidemissionen in Österreich bis zum Jahre 2008 und 2012 etappenweise um 13 Prozent zu reduzieren. Das Projekt Solar-Net II ist dazu ein wichtiger Baustein", unterstrich die Umweltstadträtin.

Die ehrgeizigen Ziele im solarthermischen Bereich will die Stadt Wien durch folgende Maßnahmen erreichen: Impulsprogramm Solarthermie für gasversorgte Gebiete, Kommunikationsoffensive, Machbarkeitsstudie für Gemeindebauten, Ausbildungsprogramm für Installateure, Planer und Architekten, Einführung von Qualitätsstandards für Solaranlagen, formale Verankerung solarenergetischer Anwendungen bei künftigen Konzepten und Beschlüssen zur Energieversorgung sowie Ausbau des Expertennetzwerkes zwischen Wien und Ungarn. Mit der Arbeit an diesen Maßnahmen wird in den nächsten Wochen begonnen.

SOLAR-NET II kostet insgesamt 436.037 Euro. Die Hälfte davon bezahlt die Europäische Union im Rahmen des Interreg-Programmes. SOLAR-NET II wird von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) koordiniert und von arsenal research geleitet. Weitere Projektpartner sind die 17&4 Organisationsberatung GmbH, die ARGE Erneuerbare Energie, der Wiener Wirtschaftsförderungsfond (WWFF), das Wissenschaftszentrum Wien, die Hochschule Györ und viele andere Institutionen in Ungarn und Wien. Das Projekt wird bis Ende 2003 laufen und baut auf die Ergebnisse von SOLAR-NET I auf, mit dem in den vergangenen zwei Jahren die Grundlagen für die jetzige Solaroffensive ausgearbeitet wurden.

Solaroffensive bringt neue Impulse für die Wirtschaft

SOLAR-NET II soll so optimale Rahmenbedingungen schaffen, dass Solaranlagen vor allem bei den Häusern in Kleingartensiedlungen und bei jenen Wohnbauten mit insgesamt 50.000 Wohneinheiten, die bis zum Jahr 2010 neu gebaut werden sollen, errichtet werden können. Erwartet wird, dass dieses Projekt auch für die Wiener Wirtschaft neue Impulse liefert. Denn SOLAR-NET II unterstützt bei der Kunden-Akquisition mit professionellen Informationsmaterialien, verbreitet aktuelles Technologie Know-how und führt gezielte Veranstaltungen für Investoren, Experten wie Installateure, Planer, Architekten, Wohnbauverantwortliche sowie private Hausbesitzer durch.

Die geplante Verbesserung der Solarthermie-Förderung vor allem für Solar-Großanlagen soll mehr Qualität bringen in den Bereichen Finanzierung, Planung, laufende Betriebsüberwachung und Wartung. Außerdem werden begleitende, wissenschaftliche Untersuchungen von großen Solaranlagen in Wien weitergeführt, mit dem Ziel, Referenzanlagen herauszufiltern sowie Optimierungsmethoden, mögliche Fehler, Ertragssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Randbedingungen zu analysieren.

Solarenergie soll auch in Wien boomen

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sind Solaranlagen in Wien noch nicht so stark verbreitet. Haben Herr und Frau Österreicher insgesamt bisher 250.000 Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von zwei Millionen Quadratmetern auf ihre Dächer geschraubt, so sind die Wiener und Wienerinnen nicht ganz so eifrig. Das hat auch einen handfesten Grund: Der hohe Anteil an mehrgeschossigen Wohnbauten hemmt die Verbreitung von Solaranlagen. Mit diesem Problem haben andere Bundesländer so gut wie nicht zu kämpfen. Denn dort befindet sich der größte Teil der Solaranlagen auf den Dächern von Einfamilienhäusern, von denen es in Wien nicht so viele gibt.

Zum Vergleich: Während in Österreich die Kollektorfläche pro Jahr um rund 200.000 Quadratmeter wächst, werden in Wien neue Solaranlagen im Ausmaß von lediglich 3.000 Quadratmetern jährlich errichtet. Und das obwohl die Errichtung von Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung wie auch für die teilsolare Heizung mit beträchtlichen Geldmitteln gefördert wird. Die WienerInnen können sich über einen Förderungsbetrag von bis zu 30 Prozent der Errichtungskosten bei einer maximalen Obergrenze je nach System zwischen 1.500 und 2.200 Euro freuen.

Gelingt es mit SOLAR- NET II, die jährlichen Zuwächse der Kollektorfläche in Wien zu verzehnfachen, dann wird die Verbreitung von Solaranlagen bis zum Jahr 2010 das Niveau der anderen Bundesländer erreicht haben. Auch die Vorgabe aus dem KLIP-Klimaschutzprogramm - 40.000 neugebaute oder sanierte Wohnungen mit Wärme aus Solaranlagen zu versorgen - wäre dann erfüllt.

Sonne für Ungarn

Das Wiener Klimaschutzprogramm SOLAR- NET II ist eine Kooperation mit dem Nachbarland Ungarn. Dort ist Anwendung von Solarenergie noch relativ neu. Doch die Sonne bietet auch im Nachbarland zumindest gleichwertige Voraussetzungen, wie sie in Österreich existieren. Hauptziel ist der Ausbau des länderübergreifenden Netzwerkes von kompetenten im Solarbereich tätigen Institutionen und Firmen. Durch die in Ungarn in weiterer Folge geplante breite Informationskampagne soll auch dort der Markt belebt werden. Eine Analyse der ungarischen Rahmenbedingungen wird die Hemmnisse und Chancen aufzeigen. Dabei werden Markterfahrungen und Technologie aus Österreich genutzt.

Neue Technologien, wie Solare Luftsysteme und die Solare Raumheizung sollen verstärkt in den Mittelpunkt gerückt werden. Unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen Situation soll die Solarthermie auch in Ungarn einen gewaltigen Schub nach vorne machen. Durch die Vernetzung auf Experten- wie auch auf verwaltungstechnischer Ebene mit den wirtschaftlichen Akteuren und potentiellen Investoren eröffnen sich neue Möglichkeiten für erfolgreiche Kooperationen der Wiener Wirtschaft mit der Solarenergie-Branche in Ungarn.

Weitere Informationen:
o Das Klimaschutzprogramm der Stadt Wien:
www.wien.gv.at/ma22/klimasch/klip/index.htm
(Schluss) bfm/gat

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