ÖGB-NÖ Frauenvorsitzende: Arbeitsplätze statt Arbeitsplätzchen

Christa Bogath packt das Übel an der Wurzel: Eigene Frauenlohnrunde und mehr Vollzeitarbeitsplätze sollen Fraueneinkommen in NÖ erhöhen

Wien (ÖGB-NÖ). "Es ist kein Auskommen mit dem Einkommen", stellt ÖGB-NÖ Frauenvorsitzende Christa Bogath anlässlich des Internationalen Frauentags klar fest: "In Niederösterreich verdienen Frauen nach wie vor um 606,80 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen! Und ganz besonders schlimm ist es in den Bezirken, die weiter vom Ballungszentrum entfernt sind: Denn hier wird nicht nur weniger verdient, sondern es kommen auch die Wegstrecken zur Arbeit dazu. Unterm Strich steht da einfach immer weniger am Lohnzettel!"++++

Die Fakten sprechen für sich: Durchschnittlich verdienen Frauen bis zu 36 % weniger als Männer, und zwar trotz gleicher oder höherer Ausbildung! Eine Lohndifferenz, die sich auf das Lebenseinkommen enorm hoch auswirkt und sich bei einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit noch steigert: Auf rund 116 276 Euro (1, 6 Millionen Schilling) verzichten jene Arbeitnehmerinnen, die ihre Berufstätigkeit bei Mutterschaft aufgeben bzw. lange unterbrechen.

Bogath verweist auf Studien, die bestätigen, dass sich Eltern bei ausreichender Kinderbetreuung für Vollzeitbeschäftigung entscheiden. "Angesichts dieser Tatsachen ist es heller Wahnsinn, keine ausreichenden Kinderbetreuungsplätze anzubieten", stellt Bogath fest. Weiter verschärft wird die berufliche Situation durch die Abdrängung der Frauen in sogenannte atypischen Arbeitsverhältnisse: Diese seien nicht nur schlecht bezahlt, sondern bieten auch keine beruflichen Perspektiven: Eine Karriereplanung sei nahezu unmöglich.

All diese Fakten veranlassen ÖGB-NÖ Frauenvorsitzende Christa Bogath dazu, radikale Forderungen zu erheben: "Die ungeheure Einkommensschere ist schon lange nicht mehr auf Bildungsunterschiede zurückzuführen. Sie ist auch nicht mit Kinderbetreuungszeiten alleine zu begründen, denn auch Frauen ohne Kinder erhalten für die gleiche Arbeitsleistung um ein Drittel weniger Gehalt als Männer. Die negative Lohnspirale ist meiner Ansicht nach nur so zu durchbrechen, dass ausschließlich für Frauen eine prozentuelle Gehaltserhöhung durchgesetzt wird."

ÖGB, 7. März 2002
Nr. 191

Der ÖGB unterstützt das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich" vom 3. bis 10. April 2002. Machen Sie mit! Jede Stimme zählt.

Rückfragen & Kontakt:

Christa Bogath, Frauenvorsitzende
Telefon: (01) 588 83/1601 DW

ÖGB-NÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB