Kuntzl unterstützt Sozialstaatsvolksbegehren: "Wichtige Chance für Frauen"

SPÖ für mehr Zukunfts- und Berufschancen für Mädchen und junge Frauen

Wien (SK) SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl wirbt anlässlich des morgigen Frauentages um Unterstützung für das unabhängige Sozialstaatsvolksbegehrens, "das ich für ganz besonders wichtig für die Gleichstellung der Geschlechter halte". Sozialpolitik gebe nämlich die Rahmenbedingungen für die Arbeitsverhältnisse, für die Bildungschancen, für die Einkommensgestaltung und die Pensionen vor - allesamt wesentliche Ansatzpunkte für sinnvolle Frauenpolitik. "Ich unterstütze deshalb die geforderte Verankerung des Sozialstaats und der Chancengleichheit in der Verfassung und damit verbesserte Rahmenbedingungen für Frauen", erklärte Kuntzl. ****

"Gerade vor dem Hintergrund der blau-schwarzen Politik, die einerseits Frauenpolitik als obsolet erachtet und die Errungenschaften der Jahre zuvor rückgängig macht, ist eine laute Stimme der Frauen dringend notwendig", so Kuntzl weiter. Die gravierendsten Versäumnisse bzw. Rückschritte der blau-schwarzen Regierung sind für die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin die Untätigkeit in Sachen Gleichbehandlungsgesetz für die Privatwirtschaft, die aktive Aushöhlung des Gleichbehandlungsgesetzes im öffentlichen Dienst, die Negierung des Bedarfs an zusätzlichen Kinderbetreuungseinrichtungen, der unzureichende Kündigungsschutz beim Kindergeld und das systematische Aushungern der kritischen Frauenvereine.

Mädchen gezielt fördern

Eine der zentralen Rahmenbedingungen für die Gleichstellung sieht Kuntzl in einer gerechten Verteilung der qualifizierten Arbeitsplätze und der Einkommen. Frauen sind in den unteren Einkommensschichten überproportional vertreten, unter den Spitzenverdienern aber nur spärlich gesät (80.000 Männer aber nur 10.000 Frauen verdienten im Jahr 2000 mehr als eine Million Schilling brutto). Insgesamt verdienen Frauen immer noch um ein Drittel weniger als Männer, stellte Kuntzl fest. Die Ursachen dafür sind vor allem Berufsunterbrechungen für Kinderbetreuung, die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch ein Defizit von 100.000 Kinderbetreuungseinrichtungen und der zögerliche Ausbau der Gleichbehandlungsgesetze für die Privatwirtschaft. Nicht zufällig zeigt sich ein ganz anderes Bild im Bundesdienst. In Wien führte ein offensives Gleichbehandlungsgesetz zu Einkommensgleichheit zwischen Männern und Frauen. "Umso bedenklicher, dass nun per Objektivierungsgesetz diese Errungenschaften unterminiert werden", kritisiert Kuntzl.

Ungleiche Chancen im Beruf ergeben sich auch durch eine nicht dem Arbeitsmarkt gerecht werdende Berufswahl. Mädchen entscheiden sich nämlich bei ihrer Wahl der Lehrlingsausbildung nach wie vor zu fast zwei Drittel für einen der drei "klassischen Berufe" Verkäuferin, Friseurin, Sekretärin. In den berufsbildenden mittleren Schulen sind Mädchen in den technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Zweigen mit 7,8 Prozent stark unterrepräsentiert. Und an den Hochschulen sind Frauen in den technischen Studienrichtungen nur zu 25 Prozent vertreten. Kuntzl: "Die Jobs mit Zukunft liegen allerdings vor allem in der Informationstechnologie-Branche und im biotechnologischen Bereich."

"Wir müssen Mädchen und junge Frauen ermutigen, Berufsentscheidungen abseits traditioneller Berufsbilder zu treffen", erklärt die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin abschließend und verweist auf die entsprechende Initiative der Wiener SPÖ-Frauen "MädchenMACHT", die genau das forciert. Information, Workshops und Events sollen den Frauen Mut und Lust auf Informationstechnologie machen, einer bisher "männertypischen" Branche. Ein ganzes Jahr lang wird die Informationskampagne, die sich in erster Linie an Mädchen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren richtet, laufen. (Schluss) se

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