Filmemacher Reinhard Jud dreht ORF-geförderten Dokumentarfilm "Weg in den Süden"

Ein Film über Österreichs Schritt in die Modernisierung

Wien (OTS) - Seit Montag, dem 4. März 2002, inszeniert der österreichische Autor und Filmemacher Reinhard Jud einen Dokumentarfilm mit dem Titel "Weg in den Süden", den der ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens fördert. Die Produktion der Fischer-Film, die weiters vom Wiener Film Fonds, vom BKA kunst und vom Land Niederösterreich unterstützt wird, ist ein dokumentarisches Roadmovie, das Österreichs Schritt in die Modernisierung thematisiert. Reinhard Juds Protagonisten sind Jugendliche zwischen Konsum, Anpassung und Sinnkrise und Zeitzeugen der Emanzipationsbewegung und des Widerstands im Dritten Reich. Aus ihrer Perspektive erzählt Jud seine Geschichte - eine filmische Reise ins Reich der Verdrängten, die in der Zukunft, als Konfrontation mit dem 21. Jahrhundert, endet. "'Weg in den Süden' handelt von Rebellion und Gegenkultur", erzählt der gebürtige Kärntner Reinhard Jud über sein jüngstes Filmprojekt. "Die Protagonisten sind Jugendliche in sanierten Industrieregionen und die Generation ihrer Eltern und Großeltern, die in ihrer Jugend von klassischem Sozialismus bewegt waren. Diese Vergangenheit prägt auch heute noch die Region. Mein Anliegen ist es, diesem Milieu, für das innerhalb und außerhalb von Österreich kaum Bewusstsein vorhanden ist, Ausdruck zu verleihen", so Jud. Die Dreharbeiten zu diesem 90-minütigen Dokumentarfilm laufen noch bis voraussichtlich 7. April 2002.

Zum Inhalt:
"Der Weg nach Süden" beginnt in Wien und führt über Wiener Neustadt, Bruck an der Mur, Leoben, Knittelfeld und Villach nach Triest. Es sind zum Großteil Arbeiter- und Industriestädte, die im Mittelpunkt stehen, und kaum Reiseziele für Touristen. Drei unterschiedliche Generationen erzählen von Gegenwart und Vergangenheit. Während die einen in unvorstellbarer Armut aufwuchsen, aber im Bewusstsein, durch den Sozialismus die Welt neu zu gestalten, erleben die anderen materiellem Überfluss, jedoch ohne gesicherte Zukunft. Was geschieht nach dem Verlust der Gemeinschaft, ist die Gegenwart Resultat von sozialer Entkoppelung und gesteigerten Individualismus oder sind mit Ende des Wohlfahrtsstaats die Leute einfach in Stich gelassen worden?

Reinhard Jud wurde 1959 in Wolfsberg/ Kärnten geboren. Seit der Matura im steirischen Fürstenfeld lebt Reinhard Jud in Wien. Nach frühen Arbeiten auf Super-8 war er sieben Jahre lang als Filmjournalist tätig. Seit 1988 arbeitet Reinhard Jud in den Bereichen Drehbuch, Musikvideo, Werbespot und Kurzfilme. Seit 1992 führt er vor allem im Bereich Dokumentarfilm Regie. 1999 wurde der Filmemacher Vorstand der Jury vom Carl-Meyer-Drehbuchpreis in Graz, seit 2000 ist er auch Vorstandsmitglied des Vereins "Filmjugend Steiermark".

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