Bewusstseinsbildung im grenzüberschreitenden Öffentlichen Verkehr

VOR-Symposium in Eisenstadt

Ost-Region (VOR) - Wien, (OTS) Zum Themenkomplex "Bewusstseinsbildung beim grenzüberschreitenden Öffentlichen Verkehr" hatte der Verkehrsverbund mit einem Bevölkerungsanteil von über 2 Millionen
der größte Verkehrsverbund Österreichs - am Dienstag zu einem ganztägigen Symposium nach Eisenstadt eingeladen. Dementsprechend groß war der Teilnehmerkreis: neben österreichischen Verkehrsplanern, Verkehrsdienstleistern (z.B. Wiener Linien, ÖBB, Busbetreiber, Wiener Hafen) kamen Teilnehmer bzw. Referenten aus Tschechien (Brünn/Brno), der Slowakei (Preßburg/Bratislava) und Ungarn (Budapest und Komitat Györ-Moson-Sopron). Zum Grundsätzlichen führte der Geschäftsführer des VOR, Direktor Manfred Novy -anschließend an die Begrüßung durch Landeshauptmann Hans Niessl und Eisenstadts Bürgermeister Ing. Peter Nemeth - aus: "Der Öffentliche Verkehr braucht nicht nur laufende Diskussionen sondern daraus müssen auch Lösungen erwachsen. Besonders in grenzüberschreitenden Bereichen ist ohne Kooperation und Koordination nicht wirklich effektives machbar, wir müssen dabei gemeinsam erkennen, was getan werden muss. Entscheidend dabei ist eine entsprechende Bewusstseinsbildung, wir haben gute Möglichkeiten dazu. Der VOR will dabei eine Pilotfunktion übernehmen und bewusst an der Gestaltung der sich in diesem Bereich herausbildenden Europaregion mitwirken".****

Grundsätzlich waren sich Alle, ob Referenten, Teilnehmer an den Paneldiskussionen oder Diskutanten aus dem Publikum einig -unterstützt von einer Delphi-Studie von Professor DI Ernst Gehmacher - dass der Ausbau des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) intensiver und rascher vorangetrieben werden müsse, was unter anderem mehr finanzielle Förderungen (hier war man über manche Ansätze in Brüssel nicht besonders glücklich) und eine intensivierte Öffentlichkeitsarbeit für den ÖPNV mit sich bringen sollte. Es würde den redaktionellen Rahmen der rk sprengen, auf die einzelnen Referate und Wortmeldungen detailliert einzugehen, deshalb sollen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) einige markante Punkte, den ÖPNV im In-und Ausland betreffend, weiters Pendlerströme und Planungsansätze skizzierend, herausgegriffen werden:

o Bei den Pendlern ist eine Zeitabhängigkeit feststellbar, 75 Prozent mit bis zu 45 Minuten Fahrtdauer je Richtung.
Interessant dabei die Zahlen: Wien hat (alle Zahlen in diesem Beitrag gerundet) 120.000 Arbeitsplätze mehr als Berufstätige, das bedeutet, da 30.000 Wiener auspendeln, dass (täglich) 150.000 einpendeln. Bei Linz betragen diese Zahlen 50.000 Überschuss, 20.000 pendeln aus, also folglich 70.000 ein.
o Was überhaupt die persönliche Mobilität betrifft: Rund 90 Prozent des ÖPNV sind "ritualisiert", also etwa Fahrten zum/vom Arbeitsplatz, von der/zur Schule. Waren 1981 bei den über 60jährigen 12 Prozent motorisiert, so waren es 2001 bereits
mehr als 60 Prozent (!).
o Zum Anteil des Öffentlichen Verkehrs (Bahn und Bus) am grenzüberschreitenden Verkehrsfluss: In Prozenten nach Tschechien 14, in die Slowakei 18, nach Ungarn 8. Im Süden über Arnoldstein 8, über den Brenner 10. Zum Vergleich in Österreich selbst in Prozenten die Anteile: Binnenverkehr 14, davon Ziel- und Quellverkehr 7, Transit 7.
o Was den ÖPNV in Großbritannien (von manchen, was die Privatisierung betrifft, als vorbildlich hingestellt) betrifft:
Es gibt im wesentlichen 4 große Verkehrsverbünde - und damit statt Wettbewerb Marktbeherrschung - wobei durch die
Befristungen bei den Ausschreibungen die Sicherheitsstandards sinken und so gut wie nichts in die Infrastruktur investiert wird.
o Ein interessantes Planungsdetail aus Ungarn: Gemäß neuen Richtlinien aus dem Verkehrsministerium muss für alle
Siedlungen zumindest einmal pro Tag eine ÖPNV-Verbindung bestehen.
o Wien führt übrigens beim Modal split österreichweit mit einem ÖV-Anteil von 33 Prozent. Wobei mehr Komfort (man denke an den ULF) mit höheren Anschaffungs- und Wartungskosten auch seinen Preis hat.
(Schluss) pz

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