Illegales Walfleisch bereits in Japan eingetroffen

Bis zu 3 Tonnen aus Norwegen lagern in japanischem Hafen

Wien (OTS) - Japan brüskiert heute die Weltöffentlichkeit mit der Ankündigung, ab Mai billiges norwegisches Walfleisch importieren zu wollen. Wie japanische Medien berichten, sind sogar bereits 2 bis 3 Tonnen norwegisches Walfleisch in Japan eingetroffen. Zur Zeit liegt das Walfleisch beim japanischen Zoll und wartet auf eine Importgenehmigung durch das japanische Wirtschaftsministerium.

"Dieser Walfleisch-Deal ist eine schallende Ohrfeige in das Gesicht der internationalen Staatengemeinschaft und absolut empörend", kommentiert Antje Helms, Meeresbiologin bei Greenpeace Österreich. "Uns zeigt das, wie skrupellos Japan und Norwegen ihr Ziel verfolgen, den industriellen Walfang wieder einzuführen. Die Ankündigung Walfleisch zu importieren ist nur ein Teil einer langen Liste von unglaublichen Schritten der Fischereibehörde, angefangen vom "wissenschaftlichen Walfang", dem letzte Woche verkündeten Fang von Seiwalen, bis hin zum Stimmenkauf in der Internationalen Walfangkommission."

Wie von japanischen Offiziellen aus Wirtschaft und Industrie verkündet wird, soll dieser erste Import dazu dienen, die guten Beziehungen zwischen den Pro-Walfangländern im Vorfeld der IWC zu verstärken. "Wir vermuten, dass es darum geht auszutesten, inwieweit die internationalen Regierungen auf diesen dreisten Schritt reagieren. Es ist absolut inakzeptabel, wenn das ohne Protest hingenommen wird. Auch Österreich ist hier in der Pflicht, vielen schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen," so Helms.

Der internationale Handel mit Walfleisch und jeglichen Walprodukten ist seit 1986 durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (engl. CITES) verboten. "Norwegen und Japan haben beide dieses Abkommen unterzeichnet und müssen sich an die Vereinbarungen halten. Es macht die Existenz jeglicher internationale Abkommen absolut sinnlos, wenn Staaten zwar Mitglied sind, aber die Teile, die ihnen nicht passen, einfach ignorieren" kommentiert Antje Helms.

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