Sonderauswertung des Österreichischen Arbeitsklima-Index: Frauen wollen sichere Jobs, Männer wollen Karriere machen

Linz (AKO) Während fast jeder zweite Mann über den Wechsel seines Arbeitsplatzes nachdenkt, ist das für die Mehrheit der weiblichen Beschäftigten in Österreich kein Thema: Für 62 Prozent kommt ein Jobwechsel nicht in Frage - auch deshalb, weil sie sich kaum Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz ausrechnen.

Das ist nur eines der Ergebnisse der aktuellen Sonderauswertung des Österreichischen Arbeitsklima-Index, in deren Mittelpunkt die Themen Arbeitsplatzsicherheit und Jobflexibilität stehen. Obwohl Frauen seltener an Jobwechsel denken, sind sie im Schnitt deutlich kürzer bei einem Arbeitgeber beschäftigt, was in erster Linie mit familiär bedingten Berufsunterbrechungen zu erklären ist. Finanziell bedeutet das allerdings, dass Frauen nach der derzeit geltenden Regelung viel seltener Anspruch auf eine Abfertigung haben.

Ein weiterer gravierender Unterschied zwischen Männern und Frauen betrifft die Karriereerwartungen: 27 Prozent der Männer, aber nur 16 Prozent der Frauen streben einen Karrieresprung im klassischen Sinn an. Viel wichtiger als der Aufstieg ist den Frauen die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt schätzen sie deutlich schlechter ein als ihre männlichen Kollegen.

Große Karriereerwartungen und hohe Flexibilität gibt es bei den jungen, gut gebildeten Männern. Maturanten und Akademiker haben die höchste Neigung, freiwillig den Arbeitsplatz zu wechseln - außer sie arbeiten im öffentlichen Dienst.

Mit steigendem Alter nimmt schrittweise die Karriereorientierung ab: von 38 Prozent bei den unter 25-Jährigen auf sechs Prozent bei den über 45-Jährigen. Besonders karrierebewusst sind die Angestellten (27 Prozent), wenig Hoffnungen machen sich die Arbeiter/-innen (nur 16 Prozent).

Durch hohe Sicherheit zeichnen sich die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst aus. Diese Sicherheit - 58 Prozent der hier Beschäftigten schätzen den eigenen Arbeitsplatz als sehr sicher ein -wird jedoch teuer erkauft. Jede/-r Vierte glaubt, im Fall des Jobverlusts keinen adäquaten Arbeitsplatz mehr zu finden. Arbeiter/-innen und Angestellte sind in diesem Punkt deutlich optimistischer. Aber: nur jede/-r dritte Angestellte und gar nur jede/-r vierte Arbeiter/-in schätzt den eigenen Arbeitsplatz als sehr sicher ein.

Hier gibt es auch große Unterschiede zwischen den Branchen. Besonders unsicher und von vielen Jobwechseln geprägt sind Fremdenverkehr und Textilbranche. Berufliche Stabilität findet man hingegen im öffentlichen Dienst, im Geld- und Versicherungswesen, im Bergbau, in der Energie-, Chemie- sowie in der Metallbranche.

Der Österreichische Arbeitsklima-Index wird seit dem Frühjahr 1997 im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich von IFES und SORA erhoben und berechnet. Dazu werden vierteljährlich jeweils 900 Arbeitnehmer/-innen in ganz Österreich befragt. Der Index wird halbjährlich neu berechnet, dazwischen gibt es Sonderauswertungen wie die vorliegende zu besonders interessierenden Aspekten.

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