ÖGJ: Lehrstellenlücke viel größer als von Bartenstein publiziert

Minister soll endlich sein Versprechen einlösen

Wien (ÖGJ). "Hinter jedem einzelnen Lehrstellensuchenden, der in der Statistik aufscheint, steckt ein jugendliches Schicksal. Das sollte sich Minister Bartenstein einmal in Erinnerung rufen und vielleicht fällt ihm dann auch wieder ein, dass er neben seinem Amt als Wirtschaftsminister auch jenes des Arbeitsministers bekleidet", erklärt Albert Maringer, Bundesvorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Es ist den arbeitslosen bzw. den Jugendlichen ohne Ausbildung auch ziemlich egal, ob Österreich im EU-Vergleich noch immer besser da steht, als beispielsweise Portugal, wie das Minister Bartenstein immer betont. Wir fordern den Minister deshalb auf, seine Untätigkeit endlich zu beenden und seine Garantie, jeder Jugendliche würde einen Ausbildungsplatz bekommen, endlich einzulösen."++++

Außerdem, so Maringer, sei die Zahl der Lehrstellensuchenden in Wirklichkeit viel höher als veröffentlicht. "Denn zu den beim AMS als lehrstellensuchend Gemeldeten, kommen noch die jugendlichen ArbeitslosengeldbezieherInnen, Jugendliche, die in kurzfristigen Schulungen und Kursen 'geparkt' sind, sowie jene Jugendlichen, die sich noch in einem Auffangnetz befinden aber weiterhin auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Die Realität sieht also etwas anders aus", so der Bundesvorsitzende.

"Unumstritten ist auch, dass sich die Wirtschaft trotz enormer Förderungen immer weiter aus der Verantwortung, Fachkräfte auszubilden, zurückzieht, gleichzeitig aber nach qualifizierten Fachkräften schreit. Deshalb gibt es für uns nur eine wirkungsvolle Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken, nämlich den von der ÖGJ seit Jahren geforderten Finanzierungsausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben einzuführen", so Maringer.

"Gerade vor diesem Gesamthintergrund ist es für uns unverständlich, dass Minister Bartenstein weiter untätig bleibt und offensichtlich auf bessere Zeiten hofft", so Maringer. Und der Bundesvorsitzende abschließend: "Wir fordern den zuständigen Minister Bartenstein auf, seine Untätigkeit zu beenden und endlich Vorschläge auf den Tisch zu legen, um das Lehrstellenproblem in den Griff zu bekommen. Mit leeren Worten und nicht eingehaltenen Versprechen werden wir uns nicht zufrieden geben." (aw)

ÖGB, 6. März 2002
Nr. 187

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