Bartenstein-Arbeitsmarktlage Ende Februar: Erste Stabilisierungszeichen bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Wien (BMWA/OTS) - Nachdem die Talsohle der internationalen

Wien (BMWA/OTS) - Nachdem die Talsohle der internationalen Konjunktur durchschritten worden sein dürfte, zeigen sich nun auch in der Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit erste Stabilisierungszeichen. Die konjunkturbedingt verhaltene gesamtwirtschaftliche Nachfrage verhindert zur Zeit zwar noch eine Beschäftigungsexpansion, die Zahl der unselbstständig Beschäftigten (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) lag Ende Februar allerdings mit 3.084.006 (-665 bzw. -0,02%) kaum mehr unter dem Wert des Vorjahres. Im Vergleich dazu lag der Beschäftigungsrückgang im Jänner noch bei 6.400. Gleichzeitig führt der fortgesetzt expandierende Dienstleistungssektor zu anhaltend steigenden Beschäftigungschancen von Frauen. So lag Ende Februar 2002 die Zahl der unselbständig beschäftigten Frauen mit 1.407.484 um 14.619 (+1,0%) über dem Wert des Vorjahres, während jene der Männer um 15.284 (-1,0% auf 1.676.522) rückläufig war. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich Ende Februar - trotz anhaltend steigendem Arbeitskräfteangebot - mit +38.687 (+15,6%) auf 287.049 weiter verflacht. Nach wie vor entfiel der überwiegende Teil der Zunahme auf Inländer (+30.179; +14,5%), jedoch stieg die Ausländerarbeitslosigkeit mit +8.508 (+21,0%) auf 48.937 weiterhin überdurchschnittlich. Geschlechtsspezifisch differenziert zeigt sich zur Zeit ein nahezu gleichlaufender Trend. Die Arbeitslosigkeit der Männer lag im Februar um 24.507 oder 15,1% über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres, der Bestand an vorgemerkten Frauen hat um 14.180 bzw. 16,4% zugenommen. ****

Für Jänner 2002 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT, das Statistische Amt der EU, für Österreich eine Arbeitslosenquote von 3,9% aus, für die gesamte Union liegt der vergleichbare Wert bei 7,8% (letztverfügbarer Wert vom Dezember 2001). Lediglich die Niederlande mit 2,4% (ebenfalls Dezemberwert) und Luxemburg mit 2,6% weisen eine niedrigere Quote als Österreich auf.

Darüber hinaus zeigten sich Ende Februar 2002 am Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:

Arbeitslosendauer deutlich verkürzt

Die Dynamik des österreichischen Arbeitsmarktes ist weiterhin ansteigend. In der Folge lag die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode im Februar 2002 nur mehr bei 90 Tagen. Damit beträgt der Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert 14 Tage. Ein weiteres Jahr davor - also im Februar 2000 - hat die Verweildauer in Arbeitslosigkeit noch 109 Tage und im Februar 1999 noch 131 Tage betragen. Zusammengefasst ergibt sich, dass zur Zeit zwar mehr Personen arbeitslos werden, gleichzeitig gelingt es aber, die Dauer der jeweiligen Episoden deutlich zu verkürzen.

Langzeitarbeitslosigkeit

Mit Ende Jänner 2002 waren nur mehr 12.548 Personen länger als ein Jahr vorgemerkt. Der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit beträgt damit 649 (-5,2%). Die Zahl der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen ist allerdings zur Zeit ansteigend. So liegt der Wert mit 40.458 um 6.555 bzw. +19,3% über dem Vorjahr.

Jugendliche

Die Arbeitslosigkeit der 15- bis 18-jährigen Jugendlichen nahm Ende Februar mit +12,9% bzw. +541 auf 4.741 geringer zu als die Gesamtarbeitslosigkeit. Dagegen stieg der Bestand der vorgemerkten 19-bis 24-Jährigen mit +6.577 (+21,9%) auf 39.599 weiterhin überdurchschnittlich. Die Jugendarbeitslosenquote hat laut EUROSTAT im Jänner 6,5% (+1,1 gegenüber dem Vorjahr) betragen, im Vergleich dazu lag der EU-Durchschnitt bei 15,7% (Wert für Dezember 2001). Österreich weist damit nach wie vor hinter den Niederlanden mit 5,8% (Dezemberwert) den zweitniedrigsten Wert aller EU-Staaten auf.

Lehrstellenmarkt Die Zahl der (sofort verfügbaren) Lehrstellensuchenden lag Ende Februar mit 3.555 um 643 (+22,1%) über dem Vorjahr. Der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen blieb mit 2.732 (-23; -0,8%) beinahe unverändert. Die Lehrstellenandrangsziffer beträgt in der Folge 1,3 (Februar 2001: 1,1), die Lehrstellenlücke ist gegenüber dem Vorjahreswert um 666 auf 823 angestiegen.

Zunahme der Altersarbeitslosigkeit

Mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen um +14,9% (+7.400 auf 57.003) lag die Entwicklung in dieser Gruppe noch knapp unter dem Gesamttrend. Allerdings stand dem nach wie vor unterdurchschnittlichen Anstieg der 50- bis 54-Jährigen (+2.514; +8,6%) ein Zuwachs bei den 55- bis 59-Jährigen von +17,5% (+3.182) und bei den über 60-Jährigen von +73,3% bzw. +1.704 gegenüber. Letzterer ist zum Großteil auf demographische Faktoren sowie die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen Der in den Vormonaten besonders auffällige Anstieg der Bauarbeitslosigkeit hat sich im Februar 2002 mit +6,0% gegenüber dem Vorjahreswert (+4.629 auf 81.348) weiter abgeflacht. Allerdings gilt, wie bereits im Vormonat festgestellt, dass es sich zum Großteil um einen Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit handeln dürfte, der sich ohne die bereits gesetzten bzw. geplanten Maßnahmen auch nach dem endgültigen Saisonbeginn kaum abbauen würde. Der Sachgüterbereich leidet weiterhin an der Konjunkturschwäche der Haupthandelspartner. Die Arbeitslosigkeit stieg in diesem Bereich um +8.180 (+20,2%) überdurchschnittlich stark an. Relativ deutliche Zuwächse wurden jedoch auch in einigen wichtigen Dienstleistungsbereichen verzeichnet. So lag etwa die Arbeitslosigkeit im Handel um 7.610 (+20,6%), im Fremdenverkehr um 3.772 (+15,4%) und bei den unternehmensnahen Dienstleistungen um 3.271 (+26,8%) über dem Vorjahreswert. Auch im EDV-Bereich steigt die Arbeitslosigkeit zur Zeit - allerdings ausgehend von einem äußerst niedrigen Niveau -bemerkenswert an. Sie lag Ende Februar bei 846 und damit um +50,3% (+283) über dem Wert des Vorjahres.

Entwicklung in den Bundesländern

Die Arbeitslosigkeit stieg Ende Februar in allen Bundesländern. Verstärkt hat sich die Zunahme mit +19.338 (+29,3%) vor allem in Wien. Damit entfällt zur Zeit die Hälfte des bundesweiten Gesamtanstiegs auf dieses Bundesland. Überdurchschnittlich nahm die Arbeitslosigkeit auch in Vorarlberg zu (+29,1%; +1.642). Die geringste Zunahme hat weiterhin das Burgenland (+2,8%; +333) gefolgt von Tirol (+5,4%; +817), Kärnten (+8,2%; +1.830), Niederösterreich (+9,3%; +4.202) und der Steiermark (+10,7%; +4.324). Leicht unter dem gesamtösterreichischen Wert lagen auch Salzburg (+14,4%; +1.602) und Oberösterreich (+15,1%; +4.599).

Arbeitslosigkeit nach Qualifikation

Der stärkste Zuwachs der Arbeitslosigkeit wurde Ende Februar - wie auch in den Vormonaten - mit +17.296 (+15,2%) bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss verzeichnet. Mit einem Bestand von 131.212 haben damit knapp 46% aller Arbeitslosen keine abgeschlossene berufliche Ausbildung. Weitere 40% hatten Ende Februar 2002 ausschließlich einen Lehrabschluss vorzuweisen (+12.941 bzw. +12,7% auf 115.104).

Ausweitung der Schulungen des Arbeitsmarktservice

Die Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice haben auch im Februar mit +1.862 (+5,9%) auf 33.300 zugenommen. Bis auf Wien (-3.180; -29,2%) steigen die Teilnehmerzahlen zur Zeit in allen Bundesländern. Mit einem Zuwachs von +2.312 (+28,8%) wurden vor allem Jugendliche verstärkt in Schulungen einbezogen.

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