Außer Spesen nichts gewesen!

AKNÖ-Konsumentenschützer warnen aus aktuellem Anlass vor Kreditvermittlern

Wien (AKNÖ) - An die 2.180 Euro (das entspricht 30.000 Schilling) Spesen musste ein Konsument aus Niederösterreich an ein Kreditvermittlungsunternehmen bezahlen. "2.180 Euro lediglich dafür, dass er von diesem Unternehmen an einen Steuerberater weiterverwiesen wurde", empört sich Günther La Garde, Konsumentenschützer in der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ). In der letzten Zeit wurden vermehrt Anfragen an die Experten der AKNÖ-Konsumentenberatung bezüglich Krediten und im besonderen Kreditvermittlung gestellt. Besonders häufig ging es dabei um Unternehmen aus dem westlichen Niederösterreich, aber auch um ein Unternehmen aus Steyr, die "für wenig Leistung viel Geld von den KonsumentInnen kassiert haben", so La Garde und warnt vor Kreditvermittlern und deren Inseraten in verschiedenen Tageszeitungen.

"Bürgenfrei trotz Probleme", "Kredithilfe trotz Bankablehnung" "Auszahlung innerhalb einer Stunde!" - so versprechen - ganze Anzeigenseiten füllende - Inserate verzweifelten Schuldnern die Lösung ihrer finanziellen Probleme. Leider sprechen solche Anzeigen vorwiegend jene Personen an, die bereits überschuldet sind, laufende Ratenzahlungen nicht mehr begleichen können, zusätzlichen Finanzierungsbedarf haben oder deren Kreditantrag bei der Hausbank schon abgelehnt worden ist. "Was diese Menschen in ihrer Notlage aber nicht bedenken ist, dass Kreditvermittler keine Wunder bewirken. Denn im Prinzip organisiert ein Kreditvermittler Geld, das auch billiger zu haben wäre. Denn wer bei einem Vermittler Bares bekommt, kriegt es in der Regel auch bei der Bank. Ohne Vermittlungsspesen zu bezahlen.", weiß der Konsumentenschützer.

Um einen Kreditvertrag überhaupt vermitteln zu können, müssen entsprechende Sicherheiten gegeben werden. Das gilt auch für Kreditvermittler. In den Fällen, die den AKNÖ-Konsumentenschützern vorliegen, musste der/die AntragstellerIn unterschreiben, dass er/sie einen Bürgen beibringen wird. Eine Tatsache, die den KonsumentInnen in einem vorhergehenden "Verkaufsgespräch" wohlweislich verschwiegen wird. Ist der Kreditvermittlungsvertrag einmal unterschrieben und kommt er in weiterer Folge nicht zustande, weil der/die AntragstellerIn z.B. keinen Bürgen beibringen konnte, so wird trotzdem eine Vermittlerprovision fällig. Dazu Mag. Doris Augustin, AKNÖ-Konsumentenschutzexpertin: "Wenn es sich um einen Personalkredit handelt, gibt es zumindest gesetzlich festgelegte Höchstgrenzen für diese Vermittlergebühr, die von der Höhe des beantragten Kredites abhängen. Ganz anders schaut es allerdings bei Hypothekarkrediten aus. Da gibt es nämlich keine Höchstgrenzen und Kreditvermittler schauen drauf, dass sie ihre Spesen mittels einer Generalvollmacht, die ihm der/die AntragstellerIn erteilt, am besten gleich grundbücherlich besichern können."

Besondere Vorsicht üben bei Abschluss eines Hypothekarkredits

Bevor der Kreditvermittler Anbote für hypothekarisch gesicherte Beträge bei Banken einholt, wird erst einmal der Wert der Liegenschaft bzw. des Hauses geschätzt. "Das allein verursacht den KonsumentInnen immense Kosten von weit über 1.000 Euro!", kritisiert La Garde. Kosten, die die Antragsteller auch bei Nichtzustandekommen des Vertrages zu berappen haben und die deren finanzielle Lage noch deutlich verschlechtern!

Abschließend warnt La Garde noch einmal eindringlich davor, sich mit Kreditvermittlern einzulassen: "In der Regel werden finanzielle Probleme nach einer Konsultation solcher Unternehmen jedoch nicht kleiner. Im Gegenteil. Ein ganzer Wirtschaftszweig lebt von der finanziellen Not Einzelner."

Wichtige Hinweise der AKNÖ-Konsumentenschutzexperten:
·Egal, wie groß Ihre finanzielle Notlage auch sein mag, unterschreiben Sie nie vorschnell einen Vermittlervertrag!
·Lesen Sie sich die Vertragsbedingungen in dem Vermittlervertrag genau durch.
·Bedenken Sie ganz besonders, dass Kreditvermittler unter Umständen auch dann Anspruch auf eine Vermittlungsprovision in der Höhe von 5 Prozent haben, wenn der Kreditvertrag nicht zustande kommt!
·Unter der Nulltarif-Nummer 0800/232323-1616 können Sie sich auch an die Experten der AKNÖ-Konsumentenschützer wenden.

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