Lunacek: Anerkennung homosexueller NS-Opfer ist ausständig

Ersatzlose Streichung des § 209 leider immer noch aktuell

OTS (Wien) - "Eine offizielle Anerkennung von homosexuellen Opfern während des Nationalsozialismus ist längst ausständig", unterstützt heute die Grün-Abgeordnete Ulrike Lunacek die Forderungen der HOSI in diesem Zusammenhang. Lunacek konkretisiert ihre Forderung mit dem Verweis darauf, dass sich eine derartige Opfer-Anerkennung selbstverständlich im Rahmen des Opferfürsorgegesetzes auswirken müsste. "Erst vergangene Woche wurde der Grüne Antrag auf Anerkennung verfolgter Homosexueller als NS-Opfer von ÖVP und FPÖ abgelehnt. Die Regierungsparteien haben in diesem Zusammenhang auch deutlich gemacht, dass dieser Antrag auch bis zum Ende der Legislaturperiode im NR-Plenum nicht behandelt werden würde", konkretisiert Lunacek ihre Kritik und verweist auf die Debatte im NR-Sozialausschuss vom 21. Februar 2002.

"Die ersatzlose Streichung des diskriminierenden und kriminalisierenden § 209 ist - leider - nach wie vor aktuell und akut wie nie. Gerade hier ist BK Schüssel höchst persönlich verantwortlich zu machen", so Lunacek weiter.

Als weiteres Beispiel der Rückständigkeit und Säumigkeit der österreichischen Regierungspolitik in diesem Bereich führt Lunacek die Forderung nach der zivilrechtlichen Gleichstellung von Lesben und Schwulen an. "Österreich ist absolutes Schlusslicht in Sachen Gleichstellung. Das ist beschämend und menschenverachtend", schließt Lunacek.

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