Domany: Flächendeckende Infrastruktur für die Mobilkommunikation notwendig

Stopp für Mobilfunksendemasten in Österreich könnte Investitionsstopp der neuen internationalen UMTS-Lizenzinhaber bedeuten - Entwicklung des mobile-commerce gefährdet

Wien (PWK161) - Österreich nimmt derzeit in der Mobilkommunikation europaweit einen Spitzenplatz ein. Mit etwa 82 % weist Österreich die höchste Marktdurchdringung bei mobiler Telefonie in der EU auf. "Doch unser Spitzenplatz ist in Gefahr, falls Forderungen nach Einführung handyfreier Zonen oder Steuern auf Sendemasten nachgegeben würde", warnt der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Christian Domany. "Die Umsetzung dieser Ideen hätte zahlreiche Nachteile für jeden mobil telefonierenden Österreicher sowie den Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt. Ein Stopp des Netzausbaus -vor allem im Hinblick auf den Aufbau der UMTS-Netze - könnte zu einem Rückzug der neuen internationalen UMTS-Lizenzinhaber führen und ihre Investitionen abfließen lassen."

Tatsächlich hat die 3G Mobile Telecommunications GmbH, die bei der Auktion für die UMTS-Technologie eine entsprechende Lizenz erworben hat, angekündigt, dass bei einem Fehlen der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Netze die Lizenz möglicherweise zurückgegeben und Investitionen in anderen EU-Mitgliedstaaten mit investitionsfördernden Rahmenbedingungen getätigt werden.

In der Mobilkommunikationsbranche wurden in Österreich bislang rund 3,8 Mrd Euro (52 Mrd Schilling) investiert, davon allein im letzten Jahr etwa 1,5 Mrd Euro (22 Mrd Schilling). "Für den Aufbau der UMTS-Netze werden in den nächsten Jahren von den sechs österreichischen Mobilfunkunternehmungen Investitionen in ähnlicher Höhe getätigt werden", ist Domany überzeugt. "Diese wichtigen Impulse dürfen nicht durch mangelhafte Rahmenbedingungen oder Behördenwillkür verhindert werden." Besonders die lokal orientierte, klein- und mittelbetrieblich strukturierte Wirtschaft würde massiv darunter leiden, da gerade jene an der Planung und dem Aufbau der Infrastruktur beteiligt sei. In der gesamten Telekommunikationsbranche in Österreich sind derzeit mehr als 42.000 unselbständig Beschäftigte tätig.

"Ein Stopp des Netzinfrastrukturausbaus hätte auch massive Auswirkungen auf die Qualität der Dienste", stellt Domany klar. "Nicht nur jeder mobil telefonierende Konsument, sondern vor allem die österreichische Wirtschaft ist tagtäglich auf ein funktionierendes Mobilnetz angewiesen. Eine funktionierende, gut ausgebaute Infrastruktur ist daher eine Investition in die Zukunft, um im Zeitalter des 'mobile commerce' und des e-governments nicht auf der Strecke zu bleiben." Nur ein breitbandiger mobiler Datenhighway garantiert klare Mobiltelefonie und qualitativ hochwertige Internetdienste. Die geplanten großen Infrastrukturinvestitionen in Österreich sollten daher neben den klassischen Verkehrsnetzen Straße und Schiene, in einer wissensbasierten Informationsgesellschaft zunehmend auch das Mobilkommunikationsnetz betreffen. (Ne)

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