Verzetnitsch: "Conti-Strategie schadet Europas Zukunft"

ÖGB-Präsident bei EU-weiter Demo vor Konzernzentrale in Hannover

Wien/Hannover (ÖGB). "Conti ist ein Beispiel, das die EU-Kommission herausfordert, die Förderungspolitik im Sinne eines fairen Wettbewerbs zu überprüfen," erklärt ÖGB- und EGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. Es müsse endlich Klarheit geschaffen werden, ob sich der Mutterkonzern von Semperit durch ständige Produktionsverlagerungen und das gegenseitige Ausspielen der einzelnen Standorte ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile geschafft habe.++++

Schon bei der Übernahme von Semperit sind reichlich Fördergelder an den Conti-Konzern geflossen und in den vergangenen Jahren wurden Reifenwerke in osteuropäischen Ländern errichtet, die nun als Konkurrenz zu konzerneigenen Standorten innerhalb der EU auftreten. "Mit so einer Strategie verlieren viele ihr Vertrauen in die europäische Idee", warnt Verzetnitsch.

Der EGB-Präsident demonstriert morgen, Montag, gemeinsam mit GewerkschafterInnen und Betroffenen aus Schweden, Deutschland und Österreich vor der Konzernzentrale in Hannover gegen die Vorgangsweise des Conti-Managements. Er fordert in diesem Zusammenhang, dass die EU rasch mit dem Fördertourismus Schluss macht und so der menschenverachtenden Strategie, die ArbeitnehmerInnen innerhalb eines Konzernes gegeneinander auszuspielen, zumindest ein Riegel vorgeschoben werden kann.

Verzetnitsch: "Der Fall Conti zeigt auch, dass wir bei der Integration Europas schnellstens zu einer Angleichung der Sozial- und Arbeitsrechte kommen müssen. Weiters müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, das Einkommensgefälle zwischen den derzeitigen und den künftigen EU-Staaten rasch anzugleichen."

Für das Semperit-Werk in Traiskirchen fordert der ÖGB-Präsident, dass sowohl Conti als auch der zuständige Arbeitsminister Bartenstein und andere öffentlichen Stellen
Alles unternehmen, um den Standort als Produktionssätte und somit die Arbeitsplätze zu erhalten. (ff)

ÖGB, 3. März 2002 Nr. 174

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