AK: Infodienst-Anbieter brauchen klare Regeln

Infrastrukturminister Reichhold muss Novelle zum Telekommunikations-Gesetz rasch angehen

Wien (AK) - Mehr Sicherheit beim Telefonieren mit Informations-
und Unterhaltungsdiensten, das verlangen die AK-Konsumentenschützer für die Verbraucher. Die Beschwerden über sehr hohe Telefonrechnungen von Infodiensten häufen sich in der AK-Konsumentenberatung. Vor allem bei den Telefon-Gewinnspielen werden die Anrufer geschröpft. Sie werden mit Fragen hingehalten und letztlich ist außer einer hohen Telefonrechnungen nichts gewesen, wissen die AK-Konsumentenschützer. Hier ist dringender Handlungsbedarf nötig. Daher muss Infrastrukturminister Reichhold rasch eine Novelle zum Telekommunikations-Gesetz angehen und Schutzregeln für die Konsumenten beim Telefonieren mit Infodienst-Anbietern verankern, fordert die AK. ****

In der AK-Konsumentenberatung häufen sich die Beschwerden über sehr hohe Kosten beim Telefonieren mit Infodienst-Nummern. Außerdem sind Telefon-Gewinnspiele von Unternehmen der große Renner. Die Minutenpreise sind sehr teuer. Bis der Konsument durch den Fragenmarathon durch ist und endlich zur entscheidenden Frage kommt, vergehen mehrere Minuten, und die Telefonrechnung schnalzt in die Höhe. Und am bittersten ist dann, dass der Anrufer sofort erfährt, dass er doch nicht zu den glücklichen Gewinnern zählt, aber ein Trost: Er kann sein Glück neuerlich versuchen.

Klare Regeln für Infodienst-Anbieter
Die AK-Konsumentenschützer verlangen mehr Sicherheit für die Konsumenten beim Telefonieren mit Informations- und Unterhaltungsdiensten.

Infrastrukturminister Reichhold muss daher rasch Regeln für Infodienst-Anbieter in die Telekomgesetz-Novelle aufnehmen.

Die AK-Konsumentenschützer fordern:

+ Alle Infodienst-Anbieter sollen die Nummer 09 bekommen, damit Konsumenten sofort erkennen, dass es sich um einen Infodienst-Anbieter handelt.

+ In der Werbung müssen die Anbieter Preise, Name und Anschrift angeben.

+ Bei Tonbandtexten müssen die Gesamtkosten am Beginn des Gespräches gesagt werden.

+ Nach höchstens einer halben Stunde soll der Festnetzbetreiber das Gespräch zu einer Infodienst-Nummer unterbrechen. Dadurch sollen nicht zu hohe Kosten anlaufen.

+ Werbung mit Infodiensten, die gezielt auf Kinder und Jugendliche abstellt, soll verboten werden.

+ Die Telekomanbieter sollen die Einhaltung der Ausübungsvorschriften kontrollieren und bei Verstößen eine Vertragsstrafe verhängen oder den Vertrag mit dem Infodienstanbieter aufkündigen.

+ Die Fernmeldebehörden oder die Rundfunk- und TelekomregulierungsGmbH sollten verpflichtet werden, ein öffentlich zugängliches Register, zB im Internet, anzulegen. Mit der vorhandenen Telefonnummer soll es der Konsument leichter haben, den Firmennamen und die Niederlassungsadresse des Anbieters zu finden. Denn vor allem im Streitfall ist es wichtig, dass der Konsument mit der Info-Rufnummer ohne Mühe den dahinterstehen Anbieter feststellen kann.

+ Für die Infodienst-Anbieter müssen wirksame behördliche Kontrollmaßnahmen vorzugsweise im Telekomgesetz oder auch im Fernabsatzgesetz rechtlich verankert werden. Derzeit sind die Anbieter auf Grund des Fernabsatzgesetzes zwar verpflichtet, dem Anrufer Name und Adresse bekannt zu geben. Tun sie das nicht, müssen sie aber keine Sanktionen befürchten.

+ Gleiche Regeln für alle: Jeder Infodienst-Anbieter mit den Rufnummern 0900 bis 0930 (oder teureren Diensten außerhalb dieses Rufnummernbereiches), egal was er anbietet, muss verpflichtet werden, am Gesprächsbeginn seinen Namen und seine Niederlassungsadresse anzugeben. Diese Lücke gehört im Telekomgesetz geschlossen. Derzeit können laut Fernabsatzgesetz Anbieter, die keine Waren oder Dienste im eigentlichen Sinn über Infodienstnummern vertreiben, wie zB die Initiatoren von Preis- und Gewinnspielen, am Telefon anonym bleiben.

Rückfragen & Kontakt:

email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.at

AK Wien Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AK