DER STANDARD-Bericht: "Schüssel an Prag: Die Benes-Dekrete gehören "abgedreht" - Kanzler im Standard-Interview: Rate zu einer Entschädigung wie bei den Zwangsarbeitern

Erscheinungstag 2.3.2002

Wien (OTS)- Die Rechtswirkung der Benes-Dekrete solle "abgedreht" werden, verlangt Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in einem Standard-Interview. Neben dieser Forderung an die Prager Regierung rät er der Tschechischen Republik, für die Sudetendeutschen eine ähnliche Regelung zu finden wie Österreich bei den Entschädigungen für die Zwangsarbeiter.

Auf EU-Ebene weicht Prag unterdessen aus. Man sei dagegen, die Enteignungsdekrete im künftigen EU-Beitrittsvertrag zu verankern, erklärte Tschechiens Außenminister Jan Kavan in Brüssel. Denn sie seien "kein EU-Problem". Erweiterungskommissär Günter Verheugen stimmte Kavan zu, dass er Prag nicht ermutigen wolle, das alte Problem zu einem heutigen zu machen.

Anders dagegen die Position der Nachbarn. Nicht nur Deutschland und Österreich haben Einwände. Zuletzt hat sich auch Ungarn auf die Seite der EU-Nachbarn gestellt und damit unter den Beitrittskandidaten für einen Eklat gesorgt. Der deutsche Bundeskanzler Schröder wiederum hat einen Besuch in Prag abgesagt.

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