FP-Strache: Sofortiger Baustopp für Projekt Wien-Mitte gefordert

"Räuberhöhle weg - Schandfleck her" - darf nicht die Lösung für die Landstraße sein.

Wien, 01-03-2002 (fpd) - Während der heutigen Gemeinderatsdebatte zur Causa "Wien-Mitte" forderte der Klubobmann-Stellvertreter, GR LAbg. Heinz-Christian Strache erneut einen sofortigen Baustopp für den "Vienna City-Tower", sowie eine sofortige Nachdenkpause bezüglich der Höhenentwicklung des umstrittenen Hochhausprojektes Wien-Mitte. Auch wenn sich die Wiener Rathaussozialisten mittlerweile von der Verantwortlichkeit freispielen wollen, da das Hochhausprojekt ja ein Erbe des früheren VP-Stadtrates Görg darstelle, so dürfen die Wiener Genossen und auch der heutige Wiener Planungsstadtrat DI. Rudolf Schicker nicht ohne "wenn und aber" aus der Verantwortung entlassen werden.

Das Projekt, so Strache, ist seit über 10 Jahren - genauer seit dem Jahr 1991 - ein Thema in Wien. In der Bezirksvertretung vom 10.12.1992 der Wiener Landstraße haben sich auch die damaligen Parteivertreter von SPÖ, FPÖ und ÖVP auf eine maximale Höhenentwicklung von 65 Metern festgelegt. Auch der damalige Mitantragsteller Rudolf Schicker hat sich zu dieser Höhenbeschränkung für die Landstraße bekannt - ein Bekenntnis von dem er jedoch heute nichts mehr wissen möchte.
Keine vier Jahre später haben dann die neuen Koalitionspartner im Wiener Rathaus, die Wiener Sozialisten und die Volkspartei, diesen Pakt gebrochen und trotz aller Kritik der Bürger und Anrainer damit begonnen, ihr unheilvolles Projekt in die Tat umzusetzen.

Strache kritisierte im speziellen die optischen Beeinträchtigungen und die Zerstörung der Sichtachsen durch die geplanten Monstertürme. Aber auch für die Geschäftsleute der Landstraßer Hauptstraße wird der zu erwartende Kaufkraftverlust katastrophale Folgen haben. Die Verkehrsbelastung wird in der Landstraße die Umweltverschmutzung weiter vorantreiben und das zusätzlich auftretende Verkehrsaufkommen wird den Parkraum in der Umgebung noch mehr ausreizen als dies ohnehin schon der Fall ist.

Vor dem Hintergrund der Verbauung dieses Bezirksteils in der Landstraße erwähnte Strache auch die fragwürdige Situation der Rechtmäßigkeit dieses Bauunternehmens.
Wie bereits amtlich bekannt ist, wurden bei der Bauverhandlung Anrainer ausgesperrt und auch die Flächenwidmung ist nach erfolgter Änderung der betroffenen Bevölkerung nicht mehr zur Einsichtnahme aufgelegt worden.
Auch die von der Wiener FPÖ geforderte Volksbefragung wurde von den anderen Wiener Rathausparteien abgelehnt da diese offenbar Angst vor einem demokratischen Volksentscheid in dieser Frage hatten. Auch die Grünen wurden in diesem Zusammenhang von Strache in die Pflicht genommen, da diese selbsternannte Ökopartei eine damals noch mögliche Verhinderung des Hochhausprojektes durch ihre Ablehnung der freiheitlichen Initiativen blockiert habe.

Ein riesiges Dilemma für die jetzige Stadtregierung - in diesem Fall namentlich für den SP-Stadtrat Schicker - ortet Strache in Bezug auf die Auflagen der UNESCO und der unabhängigen und freien Organisation "International Council On Monuments and Sites"(ICOMOS).
Durch die Aufnahme der Wiener Inneren Stadt und des Belvedere in das Weltkulturerbe der UNESCO und den daraus resultierenden Verpflichtungen, wird es kaum möglich sein, daß Projekt in der geplanten Höhe zu errichten. Andernfalls wäre die Auszeichnung der UNESCO ernstlich in Gefahr und ein Verlust dieser Auszeichnung würde für die Wiener Stadtregierung desaströs enden.

Strache stellte abschließend fest, daß in der Causa "Wien-Mitte" Gefahr in Verzug sei und forderte die Wiener Stadtregierung neuerlich auf, einen sofortigen Baustopp zu erlassen. Durch das Verharren am geplanten Projekt droht die "Räuberhöhle" Wien-Mitte zum größten Schandfleck der architektonischen Geschichte Wiens zu werden, schloß Strache.(Schluß) jen

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