"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: In die Knie gezwungen Ausgabe vom 1. März 2002 = #

Klagenfurt (OTS) - In die Knie gezwungen - "Wir haben Österreich verändert, Europa in die Knie gezwungen." Dick aufgetragen hat er schon immer, der 'Danke, Jörg!', der Einfache aus Kärnten. Mit besagter Ansage auf seiner Jubelfeier "1000 Tage Landeshauptmann Jörg Haider" hat er aber auf wunderbare Weise mit einem Atemzug das ganze Dilemma der rot-weiß-roten Alpenrepublik auf den Punkt gebracht. Ist es doch offensichtliche Wahrheit: Ja, die Wende-Zeit hat Veränderung ins Land gebracht. Ja, darüber jubelt das blaue Herz. Doch dreimal nein, dass ein ganzes Volk euphorisch miteinstimmt.
Der sich selbst inszenierende Kärntner Landeshauptmann lässt freilich nur eine Parole gelten: The show must go on - mit sich als Superstar. Als cooler Haudegen, der "sein" Volk, "sein" Land, ja die Welt verändert. Dass Letzeres nicht überzogene Humoreske ist, vielmehr nüchterne und ernüchternde Wirklichkeit - davon weiß sein Irak-Spektakel nur allzu viel zu berichten. Ein Spektakel, mit dem Haider aus den Grenzen Europas getreten ist und sich niemand anderen als die USA als Herausforderer angelacht hat.
"Mein Reise hat etwas verändert. Ich bin überzeugt, dass die UNO die Sanktionen gegen den Irak lockern wird" - sprach der "Privatmann" Haider. Und er sprach es vollen Ernstes. Ein Ernst, der keine Zweifel lässt: Er meint es wirklich so. Haider meint, was er sagt. Ist überzeugt, die UNO in die Knie zu zwingen. Mit einer grotesk provozierenden Abenteuerfahrt eines Bärentaler Privatmannes. Ja, der Alt-FPÖ-Chef ist drauf und dran, Österreich noch lange in Atem zu halten ...

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