INDUSTRIEMAGAZIN: Verschlafener Börsegang kostet TA 13 Millionen Euro

Wien (OTS) - Der Telekom Austria läuft die Zeit davon: Wenn Sie nicht bis Frühling die Jet2Web Internet an die Börse bringt, wird eine ORF-Verkaufsoption auf den 2,5 Prozent-Anteil schlagend. Der Wert: 13 Millionen Euro, so Industriemagazin.

Interne Papiere der Telekom Austria enthüllen, dass in der neuen "Media Communications"-Strategie der Telekom Austria eine Bombe lauert. Der ORF beteiligte sich vor Jahren mit 2,5 Prozent an der Jet2Web Internetservices GmbH. Vorgesehen war ursprünglich ein Börsengang der TA-Tochter. Sollte dieser nicht stattfinden, kann der ORF laut einer Vereinbarung die Option ausüben, seinen Kleinanteil um rund 13 Millionen Euro an die TA zurückzugeben. Die Put Option soll noch im Frühling fällig sein, von einem Börsengang der Jet2Web ist weit und breit nichts zu sehen. Ein Insider kommentiert das folgendermaßen: "Der ORF wäre blöd, wenn er seine Option nicht ausüben würde. Die TA hätte sich die vergoldete Auszahlung des Medienpartners selbst dann erspart, wenn sie im C-Segment der Wiener Börse drei Aktien verkauft hätte. Das hat man schlichtweg verschlafen".

INDUSTRIEMAGAZIN enthüllt Details aus dem "Campaign"-Konzept, das die Weichenstellung für das zukünftige TA-Geschäft legen soll. Es stammt zum Gutteil aus der Feder des Haus & Hof-Consulters McKinsey. Pikanterweise haben die dieselben Spezialisten vor zwei Jahren auch den Börsengang der TA vorbereitetet und um teures Geld das Transformationsprogramm Jet2Web entwickelt. "Stop Bleeding" lautet die Botschaft, die das Bluten im Festnetzbereich beenden soll. Der Marktanteil Festnetz-Minuten nähert rapide der 50 Prozent-Marke, trotzdem soll laut Business-Plan das EBIT des Wireline-Bereiches, 2001 ein Minus von 74 Millionen Euro, heuer um 160 Millionen Euro zulegen.

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