Nürnberger: Starke Gewerkschaft bringt gerechte Vereinbarungen

Zeitarbeiter-Kollektivvertrag ab 1. März in Kraft

Wien (GMT/ÖGB) Am 1. März tritt der neue Kollektivvertrag für die rund 27.000 Arbeiterinnen und Arbeiter des Arbeitskräfteüberlassungsgewerbes in Kraft. Damit sind Entlohnung, Kündigungsfristen, Sonderzahlungen und vieles mehr erstmals klar geregelt.++++

Fünf Jahre lang hat die Gewerkschaft Metall - Textil mit den Arbeitgebern verhandelt: Es gab Gespräche, Verhandlungsunterbrechungen, Uneinigkeit bei den Arbeitgebern, eine gemeinsame Plattform von Arbeitgebern und Gewerkschaften, sogar einen Verhandlungsabbruch durch die Arbeitgeber und eine Kampagne der Metaller, in deren Verlauf rund 14 Millionen Schilling auf dem Klagsweg erstritten wurden. Am 15. Jänner 2002 haben Arbeitgeber und Gewerkschaft den neuen Kollektivvertrag schließlich unterschrieben. Der Vertrag tritt am 1. März 2002 in Kraft.

Die wesentlichen Inhalte des Kollektivvertrages: Die Bezahlung der überlassenen Arbeiterinnen und Arbeiter wird durch den Kollektivvertrag erstmals ganz klar geregelt.
Durch die jetzige Regelung ist gewährleistet, dass der Beschäftiger-Kollektivvertrag nicht unterlaufen werden kann. Es sind jene Kollektivvertrags-Löhne zu bezahlen, die die Arbeiterinnen und Arbeiter des Beschäftigerbetriebes für vergleichbare Tätigkeiten beziehen. Werden Beschäftigte in Branchen, die laut Kollektivvertrag definiert sind, überlassen, sind je nach Qualifikation (ab 1. Mai) Zuschläge zu bezahlen. Die KV-Partner haben ein Kündigungsverbot nach Einsatzende und klare Kündigungsfristen vereinbart. Weitere, klare Regelungen gibt es im Bereich der Dienstreisen, wo die bisherige Benachteiligung der überlassenen Arbeitnehmer bezüglich der Besteuerung beseitigt werden konnte. Bisher gab es für überlassene Arbeiterinnen und Arbeiter von Einsatz zu Einsatz schwankende Regelungen über Sonderzahlungen. Der neue Kollektivvertrag regelt nun erstmals einheitlich für diese Beschäftigtengruppe Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Meztall - Textil, bezeichnete den Abschluss des Kollektivvertrages als "großen Durchbruch für beide Seiten." Nürnberger weiter: "Der Kollektivvertrag widerspiegelt die Sinnhaftigkeit und die konstruktive Gestaltungsfähigkeit der Sozialpartnerschaft und das gemeinsame Streben von Arbeitnehmern und Arbeitgebern nach geordneten Verhältnissen in der Wirtschaft."

Informationskampagne
Unter dem Titel "Das Ende der Leiharbeit" startet die Gewerkschaft Metall - Textil nun eine Informationskampagne.Im Zuge dieser Kampagne werden die Zeitarbeiter auch darauf hingewiesen, auf Informationen, die sie von ihren Arbeitgebern erhalten, genau zu achten. Nürnberger:
"Wir haben schon erste Informationen darüber, dass Überlasserfirmen den neuen Kollektivvertrag als Vorwand verwenden, die Löhne zu kürzen. Wir raten daher allen unseren Mitgliedern, bei der Metallergewerkschaft nachzufragen, wenn sie sich unsicher sind."

ÖGB, 28. Feber 2002
Nr. 168

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