EU-Studie zeigt große Defizite in der Gründer- und Jungunternehmerpolitik

JW-Bundesvorsitzender Manfred Pletzer: "Österreich braucht einen Pakt für Gründer und Jungunternehmer"

Wien (PWK156) - Nach den Ergebnissen einer am Dienstag präsentierten EU-Studie können sich nur 35% der Österreicher vorstellen, ein Unternehmen zu gründen. Das ist der viertschlechteste Wert in der EU. In der Rangliste der Neugründungen liegt Österreich im EU-Vergleich sogar an vorletzter Stelle. Die Gründung einer GmbH braucht durchschnittlich 24 Tage, die Kosten dafür liegen bei 2232 Euro, wovon die - zwischenzeitlich abgeschafften - staatlichen Gebühren nur einen verschwindend geringen Anteil ausmachen.

Die Junge Wirtschaft, Österreichs überparteiliche Interessenvertretung für Gründer und Jungunternehmer, fordert daher von der Bundesregierung, den Ländern und den Gemeinden einen "Pakt für Gründer und Jungunternehmer". "Wir müssen ganz Österreich nach gründerfeindlichen Bestimmungen und Barrieren durchforsten. Alles, was Gründer ver - und Jungunternehmer behindert, reduziert die Wachstumschancen unserer Wirtschaft", erklärt dazu JW-Bundesvorsitzender Manfred Pletzer. Besondere Anstrengungen seien im Bildungssystem nötig. "Unsere Schüler kennen nur ein Berufsbild gut: das des beamteten Lehrers. Die Selbstständigkeit steht - mit Ausnahme der von uns unterstützten Junior Firmen - nicht am Stundenplan", kritisiert Pletzer.

Die ständig wachsende Zahl der Neugründungen, 2001 wurden 26.933 Unternehmen gegründet, zeigt eindeutig welches Potenzial für unternehmerische Selbstständigkeit in unserem Land steckt. Es ist daher auch das Ziel der Jungen Wirtschaft die Zahl an Neugründungen weiter zu steigern. "Endlich kommt es auch in Österreich zu einem Umdenken. Die Job-Alternative Selbstständigkeit wird salonfähig. Bei all der Euphorie darf man aber nicht vergessen auch die Qualität der Neugründungen zu sichern", so der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft.

Als Offensiv-Maßnahmen fordert die Junge Wirtschaft daher eine Informationskampagne der Bundesregierung zur Berufsalternative Selbstständigkeit, die stärkere Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge in den Schulen und eine gründerfreundliche Gesetzgebung. "Mehr Regulierung heißt immer auch mehr Kosten für Gründer und Jungunternehmer. Nicht das Gründen sollte in Österreich teuer sein, sondern die Gründer sollten Österreich teuer sein", schließt Pletzer. (Ne)

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