Basel II: Leitl begrüßt Brief Schüssels an EU-Ratspräsident Aznar

Basel II muss Thema in Barcelona sein - Klein- und Mittelbetriebe dürfen nicht durch höhere Zinsen geschwächt werden

Wien (PWK155) - Als einen sehr wichtigen Schritt, damit die Neuregelung der Eigenmittelvorschriften für Banken (Basel II) - eine für Klein- und Mittelbetrtiebe zum Teil existenzielle Frage - beim EU-Gipfel in Barcelona von allen EU-Mitgliedstaaten gemeinsam thematisiert wird, begrüßt WKÖ-Präsident Christoph Leitl, dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel diesbezüglich einen Brief an den spanischen Ministerpräsidenten und derzeitigen EU-Ratspräsidenten José Maria Aznar geschrieben hat.

In dem gestern an Aznar übermittelten Brief weist Schüssel hin, dass nach der Einführung des Euro als Bargeld nun die Entwicklung eines einheitlichen Finanzmarktes vorrangig sei. Die Bemühungen der EU und des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, die Eigenkapitalausstattung für Banken und Wertpapierfirmen enger an den tatsächlichen Risiken auszurichten, werden von der österreichischen Bundesregierung voll unterstützt. Die Kreditversorgung besonders bei KMU müsse aber jedenfalls gesichert sein, heißt es in dem Schreiben weiter, und "es darf durch die neuen Anforderungen nicht zu einer generellen Verteuerung der Kreditkonditionen und damit zu wirtschaftspolitisch unvertretbaren Wettbewerbsverzerrungen kommen."

"Österreich setzt sich mit dem Brief für die Diskussion von Basel II am EU-Gipfel ein, ein Thema, das bis jetzt nicht auf der Tagesordnung in Barcelona stand, aber gerade für Österreichs klein- und mittelbetrieblich strukturierte Wirtschaft von großer Bedeutung ist", erklärt Leitl. "Es darf durch die neuen Eigenmittelvorschriften bei der Kreditvergabe zu keiner Schlechterstellung der KMUs gegenüber bonitätsmäßig stärkeren Großunternehmen kommen. Vielmehr soll eine möglichst weitreichende Anerkennung von Unternehmensstrategien und Unternehmerpersönlichkeit bei der Einstufung der Kreditvergabe erreicht werden - und damit die Existenzsicherung der KMUs. Es darf nicht amerikanische, es muss europäische Spielregeln geben. Das muss der Gipfel klar signalisieren." (Ne)

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4599
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK