Winterreifen von "O bis O"

KfV warnt vor frühzeitigem Wechsel auf Sommerreifen. Unter 10 Grad Celsius haften Winterreifen besser. Wer dennoch verzichtet: Es droht der Verlust des Versicherungsschutzes

Wien (OTS) - Die Schneefälle der letzten Tage signalisieren, dass der Winter (leider) noch nicht vorbei ist. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) warnt all jene, die aufgrund der lauen Temperaturen vor dem abermaligen Wintereinbruch schon eifrig das "Frühjahrsgewand", sprich die Sommerreifen, hervorgeholt und montiert haben: "Winterreifen dürfen nicht zu früh gegen Sommerreifen getauscht werden. In Österreich spielt uns das Wetter hin und wieder einen Streich, und sogar in tieferen Lagen kann im Frühling noch mit einem Winterrückfall gerechnet werden. Als Faustregel gilt, von O bis O - soll heißen von Oktober bis Ostern sind Winterreifen zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu verwenden", hält Ing. Kurt Vavryn, Leiter der KfV-Abteilung für Fahrausbildung und Fahrzeugtechnik, fest. Winterreifen zeichnen sich bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius durch deren bessere Haftfähigkeit bei allen Fahrbahnverhältnissen aus und sind Sommerreifen auf jeden Fall vorzuziehen.

Bei Unfall mit Personenschaden droht gerichtliche Vorstrafe

Wer im Winter mit Sommerreifen unterwegs ist riskiert nicht "nur" sein Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer, sondern auch seinen Versicherungsschutz. Laut KfV-Juristen droht bei der Nichtverwendung von Winterreifen, wenn dadurch ein Verkehrsunfall vermeidbar gewesen wäre, ein Mitverschulden oder der teilweise bis gänzliche Verlust des Kasko-Schutzes. Kommt es beim Unfall ohne Winterreifen zu einem Personenschaden, kann dieser Tatbestand sogar zu einer gerichtlichen Vorstrafe führen. In Österreich besteht bis dato keine Winterreifen-Verwendungspflicht. Das KfV fordert im Sinne der Verkehrssicherheit schon seit Jahren die Einführung einer Winterverordnung, im Zuge dessen Pkw im Winter mit Winterreifen ausgestattet sein müssen und Schwerfahrzeuge verpflichtend Schneeketten mitzuführen haben.

Keine Winterreifen, die älter als 5 Jahre sind, verwenden!

Für alle, die frühzeitig "umgestiegen" sind, heißt es also wieder Sommergarnitur runter, Wintergarnitur rauf. Damit das Reifen wechseln leichter fällt und der Winterreifen hält was er verspricht, weist KfV-Experte Vavryn noch auf einige wichtige Punkte hin: "Es empfiehlt sich auf jeden Fall der Besuch beim Fachmann. Er verwendet für die Montage das richtige Werkzeug, z.B. einen Drehmomentschlüssel, damit sich nicht die Räder während der Fahrt lösen oder die Schraubengewinde beschädigt werden. Der Reifen-Profi kann zudem die Räder nachwuchten. Vorsicht auch beim Luftdruck! Winterreifen benötigen meist etwa um 0,2 bar mehr als Sommerreifen". Auch bei gebrauchten Winterreifen ist einiges zu beachten: Vor der Montage von gebrauchten Winterreifen sollte unbedingt überprüft werden, ob diese auch noch den Begriff "Winterreifen" verdienen. Winterreifen erfüllen ihre speziellen Aufgaben auf Eis und Schnee nur bis zu einer Restprofiltiefe von 4mm und gelten bei Winterreifenpflicht auch nur bis zu dieser Profiltiefe als solche. Prinzipiell gilt: Winterreifen, die älter als 5 Jahre sind, sollten nicht mehr verwendet werden, auch wenn das Profil noch in Ordnung ist. Eine härtere Lauffläche, geringere Griffigkeit, Risse oder Beschädigungen bedeuten maßgebliche Einbußen in punkto Sicherheit.

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