WUA-Pressekonferenz: Erfolgversprechende Wiener Erfindung

Weiden und Pappeln im Kampf gegen vergiftete Böden

Wien, (OTS) "Eine vielversprechende Wiener Erfindung könnte bald weltweit für die Reinigung von tausenden verunreinigten Bodenflächen eingesetzt werden", freut sich Bürgermeister Dr. Michael Häupl: Ein von der Wiener Umweltanwaltschaft initiiertes Forschungsprojekt in Kooperation mit den Magistratsabteilungen 22, 45 und 48 aus der Geschäftsgruppe Umwelt, dem Zukunftsministerium und der Universität für Bodenkultur beschäftigte sich drei Jahre lang mit der Entwicklung neuer Verfahren im Bereich der pflanzengestützten Bodenreinigung (Phytosanierung). Das beauftragte Forscherteam um Prof. Walter Wenzel vom BOKU-Institut für Bodenforschung entdeckte dabei auf Altlastenflächen besondere Weiden und Pappeln. Diese haben - in Anpassung an ihren verschmutzten Standort - die Fähigkeit entwickelt, die giftigen Schwermetalle Cadmium, Blei und Zink wie ein Schwamm aus dem Boden zu zeihen und im Laub zu speichern. Derart effiziente "Schwermetallfresser", die beispielsweise die 700fache Menge an Cadmium gegenüber normalen Pflanzen aufnehmen, wurden unter den Baumpflanzen bisher noch nirgends auf der Welt entdeckt.

Topfversuche im Freiland haben gezeigt, dass sich Stecklinge dieser Bäume zur Reinigung eines breiten Spektrums unterschiedlicher Böden eignen. Gleichzeitig wurde im Rahmen des Projektes eine neue Verfahrensidee entwickelt und von der Stadt Wien zum Patent angemeldet. Dazu bringt man zuerst eine dünne Tonschicht auf dem verunreinigten Gelände auf, pflanzt anschließend die Stecklinge in das verschmutzte Erdreich und überlässt das System dann quasi für mehrere Jahre sich selbst. Das im Herbst fallende Laub verrottet auf der Tonschicht, und die dabei frei werdenden Schwermetalle werden erfolgreich vom Ton gebunden. Am Ende des Sanierungszeitraums werden Laub- und Tonschicht entfernt. Das Restlaub kann verbrannt werden, aus der Tonschicht lassen sich die Schwermetalle wiedergewinnen. Die Bäume können gefällt und das Holz relativ vielseitig genutzt werden, denn es ist im Gegensatz zum Laub schwermetallarm. Nebenbei ist das Verfahren wesentlich kostengünstiger als herkömmliche Verfahren der Bodensanierung. "Es wird sich ideal für die Reinigung großräumiger, oberflächennaher Bodenverschmutzungen eignen, bei denen aufgrund der hohen Kosten herkömmlicher Verfahren bis jetzt nichts unternommen wurde", freut sich Dipl.-Ing. Marion Jaros von der Wiener Umweltanwaltschaft als Initiatorin dieses vielversprechenden Kooperationsprojektes.

TeilnehmerInnen am Podium: Dr. Karin Büchl-Krammerstätter (Leiterin der Magistratsabteilung 22 - Umweltschutz) in Vertretung Magistratsabteilung 22, 45 und 48, Mag. Andreas Geisler (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur), Dipl.-Ing. Marion Jaros (Wiener Umweltanwaltschaft), Univ.-Prof. Dr. Walter Wenzel (Universität für Bodenkultur).

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Zeit: Dienstag, 5. März, 11 Uhr
Ort: Cafe Landmann, Dr. Karl-Lueger-Ring 4

(Schluss) wua

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