Pressestimmen/Vorausmeldung/Euro "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Weder in Schilling noch in Euro

Ausgabe vom 28. Febr. 2002 Klagenfurt (OTS) - Weder in Schilling noch in Euro - Morgen übernimmt er endgültig alleine das Regiment - Der Euro. Der gute alte Schilling wird sich aufs Altenteil zurückziehen. Ein Wechsel, den die Österreicher, so belegen es Umfragen, mit wenig Wehmut und mit viel Gleichmut hinter sich bringen werden. Und am Ende wird man das Resümee ziehen, dass sich eh nicht viel geändert hat. Nichts ändern wird sich auch für die rund 300.000 Haushalte in Österreich, denen, so schätzt die Schuldnerberatung, der Kuckuck regelmäßig seine Aufwartung macht. Denn, auch wenn der Schuldenberg optisch in der neuen Währung um ein Eck geringer ausschaut, ändert das nichts daran, dass sie weiterhin so tief wie zuvor in der Kreide sitzen. Und in dem Ausmaß wie optisch der Schuldenberg schrumpft, wird ja bedauerlicherweise auch die Summe am Lohnzettel geringer. Die Ursachen für die Schulden sind vielfältig. Ein Zeitgeist, der uns zwecks Ankurbelung der Wirtschaft ständig suggeriert, dass wir alles, und zwar sofort haben müssen, der Handyboom, zu leichtfertig vergebene Kredite ... Die Regierung, die die Bürger über Gebühr zur Kasse bittet, tut das ihre dazu. Von Armut und Schulden betroffen sind vor allem AlleinerzieherInnen und Personen mit schlecht bezahlten Jobs, bzw. jene, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Und was besonders alarmiert, die Schuldner werden immer jünger. Das sind Warnsignale, die man nicht in den Wind schlagen sollte. Denn wenn es in Schilling nicht zum Leben reicht, dann tut es das in Euro auch nicht. Und ein Schuldenberg drückt hart, ganz egal ob in Schilling oder Euro.

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