"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Ministerwechsel" (Von Ernst Heinrich)

Ausgabe vom 28. 2. 2002

Graz (OTS) - Ausgerechnet am Tag, als Monika Forstinger ihren Job als Infrastrukturministerin antrat, geschah die Tunnelkatastrophe von Kaprun. Später musste sie dann das Inferno im Gleinalmtunnel kommentieren. Jetzt, knapp nach dem Amtsantritt ihres Nachfolgers Mathias Reichold, starben sechs Menschen beim schwersten Zugsunglück in Österreich seit 30 Jahren.

Natürlich ist es purer Zufall, dass gleich zwei für das Transportwesen zuständige Minister hintereinander zu ihrem Einstand mit so schrecklichen Ereignissen konfrontiert werden. Und natürlich tragen beide keine Mitverantwortung an den Katastrophen.

Doch an manchem großen Unglück in Österreich sind sehr wohl Versäumnisse der Politik mit schuld. Nicht am menschlichen Versagen oder an Defekten, wie nun in Wampersdorf, aber an deren Folgen. Denn gäbe es nicht so viele Straßentunnels mit Gegenverkehr und nicht so viele wichtige eingleisige Bahnstrecken, wären Österreichs Verkehrswege erheblich sicherer.

Die Reduzierung all dieser Gefahrenquellen geht leider nur schleppend voran. Daher ist zu befürchten, dass es auch künftig Katastrophen geben wird - leider wohl noch häufiger als Ministerwechsel.****

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