Höchstmöglicher Empfang für FERRERO-WALDNER auch in Marokko

Nahost-Frage und Dialog der Zivilisationen waren zentrale Gesprächsthemen

(Rabat - OTS) Außenministerin FERRERO-WALDNER führte heute zum Abschluß ihrer Maghreb-Reise in Marokko Gespräche. "Der seit Jahren geführte Dialog der Zivilisationen erhielt durch den 11. September 2001 und seine Folgewirkungen eine über die religiösen und kulturellen Aspekte hinausreichende politische Bedeutung. Zuletzt wurde dies beim EU-OIC Joint Forum auf Ministerebene in Istanbul zum Thema der Politischen Dimension von Zivilisation und Harmonie deutlich. Marokko und seine gemäßigt - arabischen Politiker haben hier stets eine konstruktive Rolle gespielt und nach friedlichen Lösungen gesucht. Mit einer bedeutenden religiösen Minderheit verfügt das Land über eine große Tradition des friedlichen Zusammenlebens der Religionen auf seinem Territorium.", sagte FERRERO-WALDNER heute in Rabat.

Die Außenminister wurde auch in Rabat, wie schon zuvor in Tunesien und Algerien, auf höchster politischer Ebene empfangen. Neben den Arbeitsgesprächen mit ihrem Amtskollegen, Außenminister Mohamed BENAISSA, Premierminister Abdelrrahman YOUSSOUFI und Innenminister Driss JETOU stand für FERRERO-WALDNER auch eine Audienz bei S.M. König Mohamed VI auf dem Programm.

Marokko nahm und nimmt im Nahost-Konflikt eine besondere Rolle wahr. König Mohamed VI hat die Nachfolge seines Vaters als Vorsitzender des Jerusalem Komitees übernommen, dem in einer der ungelösten Kernfragen des Nahost-Konfliktes eine bedeutende Stimme zufallen wird. "Marokko ist stets für eine friedliche Lösung des Nahost-Konfliktes eingetreten. Es besteht dabei eine sehr weitgehende Übereinstimmung mit den Vorschlägen Österreichs bzw. mit den Vorschlägen der EU", sagte FERRERO-WALDNER.

Wie FERRERO-WALDNER gegenüber Journalisten in Rabat erläuterte, strebt Marokko, dessen Assoziationsabkommen mit der EU vor zwei Jahren in Kraft getreten ist, eine enge und weitgehende Zusammenarbeit mit der EU an, die sogar über das Assoziationsstatut hinausreichen könnte. So wird unter anderem die schrittweise Einrichtung einer Zollunion mit der EU angestrebt. "Österreich verfolgt diese Vorschläge Marokkos - gemeinsam mit den anderen EU-Mitgliedstaaten - mit Interesse", sagte die Außenministerin.

"Wir begrüßen die aktive Rolle Marokkos im Rahmen der Euromediterranen Partnerschaft, dem sogenannten Barcelona-Prozess. Aufgrund seiner traditionell ausgewogenen politischen Haltung wird Marokko wohl auch in Zukunft im Rahmen dieser Partnerschaft, in der praktisch alle Mittelmeeranrainer vertreten sind, d.h. auch die Palästinenser und Israel, eine zentrale Rolle spielen. Wir schätzen diese Rolle Marokkos sehr", so FERRERO-WALDNER.

Österreich ist auch an einer Vertiefung der bilateralen Beziehungen interessiert. "Die mich begleitende Wirtschaftsdelegation kann wertvolle Unterredungen über gemeinsame Wirtschaftsprojekte führen. Mit der Unterzeichnung eines Luftverkehrs- sowie eines Doppelbesteuerungsabkommens im Rahmen des Besuches werden wesentliche Voraussetzungen für eine Verstärkung der bilateralen Beziehungen gelegt.", sagte FERRERO-WALDNER. Beim Großprojekt 'U-Bahn Casablanca' stehen wesentliche Entscheidungen bevor. So werden derzeit die Feasibility-Studien, auch jene der österreichischen ARE, geprüft. Für die Ausführung interessiert sich Siemens Österreich intensiv als Konsortialführer.

"Trotz Fehlens einer vertraglichen Regelung besteht auch eine regelmäßige Zusammenarbeit im kulturellen Bereich. Hier bietet auch die Euromediterrane Partnerschaft und Marokkos aktive Mitarbeit daran immer wieder interessante Perspektiven", betonte FERRERO-WALDNER. Die Außenministerin wird heute Abend nach Wien zurückkehren (Schluß).

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